Entgiften oder Entschlacken

Entschlacken

Was sind Schlacken und wie entstehen sie?

Bei Schlacken handelt es sich um Stoffe, die in unserem Organismus während des körpereigenen Stoffwechselprozesses entstehen. Die Autophagie beschreibt einen normalen Entschlackungsprozess im Inneren einer jeden Zelle. Die Zelle entsorgt oder recycelt dabei eigenständig Stoffwechselabfälle und schädliche Substanzen. Das Ergebnis ist eine saubere, funktionstüchtige Zelle und ein gesunder Körper. Ist der Ablauf der Autophagie hingegen gestört, sammeln sich Schad- und Abfallstoffe (Schlacken) in der Zelle. Die Zelle wird krank, kann sogar entarten – und der Mensch wird krank.

In der Regel werden diese Abfallstoffe vom Körper über unsere Ausscheidungsorgane Nieren, Leber, Darm, Lymphsystem, Ovarien und Haut ausgeschieden. Allerdings gibt es Faktoren, die diesen Vorgang behindern: zum Beispiel können aufgrund von ungesunder Nahrung mehr Schlacken als üblich produziert werden und unser Körper ist nicht mehr in der Lage diese Überproduktion auszuscheiden. Auch verliert der Körper mit zunehmendem Alter die Fähigkeit, sich selbstständig den Schlacken zu entledigen. Unsere Entgiftungsmechanismen sind dadurch nicht mehr in der Lage, alle eintreffenden Gifte und Schlacken aus dem Körper auszuscheiden oder zu neutralisieren. Unserem Körper fehlen die nötigen Vitalstoffe oder auch Basen, um diese abzubauen oder zu neutralisieren.

Zu den Schlacken gehören:

  • Gifte
  • Säuren
  • Salze (die zu Ablagerungen werden können, z. B. in Nieren- und Gallensteinen oder in den Blutgefässen)
  • Stoffwechselabbauprodukte aller Art
  • Überschüssige Hormone, Mineralien und Vitamine
  • Kotsteine
  • Schädliche Bakterien
  • Gase aus dem Darm
  • Abgestorbene Pilze und Pilztoxine und vieles mehr

Was heisst Entschlackung?

Entschlackung ist ein Oberbegriff für alle Entschlackungsmethoden, die zur Verfügung stehen: Eine Darmreinigung, eine Entsäuerung, eine Saftkur, eine Fastenkur sowie eine Entgiftung sind Entschlackungsmethoden. Bei einer Entschlackung werden nicht nur Schlacken entfernt. Es werden auch viele andere Ziele erreicht. Die betreffenden Organe werden entlastet, gepflegt und regeneriert, so dass diese wieder korrekt und kräftig ihre Arbeit aufnehmen können. Ausserdem sollten fehlende Vitalstoffe zugeführt werden, die es dem Organismus überhaupt erst erlauben, ordnungsgemäss zu funktionieren. Zeitgleich schwindet automatisch ein möglicherweise vorhandenes Übergewicht.

Eine Entschlackung kann aus den folgenden Gründen nötig werden:

  • Sie fühlen sich immer öfter müde und erschöpft.
  • Sie möchten gerne einige Pfunde loswerden.
  • Sie glauben, übersäuert zu sein.
  • Sie möchten Ihren Körper auf Vordermann bringen.
  • Sie möchten mehr Energie haben.
  • Sie möchten gewisse Gesundheitsbeschwerden lindern oder ganz auf sie verzichten.
  • Sie möchten sich von einer Krankheit erholen und Ihrem Körper Gelegenheit zu einer umfassenden Regeneration geben.
  • Sie möchten etwas für Ihr Hautbild tun.
  • Sie möchten Ihre geistige Leistungsfähigkeit erhöhen.

Was gibt es für Entschlackungsmethoden?

1. Ernährungsumstellung
Am einfachsten startet man mit der Ernährungsumstellung. Denn die richtige Ernährung ist die Grundlage dafür, dass der Körper überhaupt entschlacken kann. Würde er weiter mit der üblichen Ernährung belastet werden, kann er sich nicht auf die Entschlackung und Ausleitung konzentrieren. Die Ernährung darf also nicht zusätzlich belasten, sie muss entlasten.
Darüber hinaus kann schon eine entsprechende Ernährung den Körper sehr stark zur Entschlackung und auch zur Giftausleitung motivieren. Sie liefert ihm wichtige Vitalstoffe, wie z. B. Antioxidantien, die Schäden durch Schlacken verhindern oder Rohstoffe, die der Körper zur Bildung von Entgiftungsenzymen und natürlich auch zur Bildung neuer gesunder Zellen benötigt. Das bedeutet gleichzeitig, dass man während einer Entschlackung nicht fasten muss, um Schlacken ausleiten zu können.

Die wichtigsten Regeln einer entschlackenden Ernährung

  • Frisch, saisonal und regional einkaufen
  • Frisch und selbst zubereiten
  • Salate, Gemüse und Obst machen den Grossteil der Mahlzeiten aus
  • Leicht verdauliche Kohlenhydrate oder Proteine ergänzen die Mahlzeiten
  • Ausserhalb der Mahlzeiten viel Wasser trinken

Alles andere können Sie flexibel selbst entscheiden – je nach Ihrer persönlichen Vorliebe und nach individueller Verträglichkeit. Sie können also viel Rohkost essen, die mit einer Fülle an Vital- und Ballaststoffen versorgt und daher eine Entschlackung besonders gut unterstützt. Die Rohkost sollte jedoch gut gekaut und langsam gegessen werden, damit sie auch wirklich problemlos verdaut werden kann. Sollten Sie Rohkost nicht so gut vertragen, dann greifen Sie zu gedämpften und schonend gedünsteten Gerichten.
Milchprodukte sollten Sie eher meiden, da diese bei vielen Menschen, auch wenn man es nicht glauben mag, zu subtilen Beschwerden führen. Wer also häufig über Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen, Atemwegsbeschwerden, Infekte, Allergien, Hautbeschwerden, Bauchkrämpfe während der Menstruation oder auch über Gelenkprobleme klagt, sollte in jedem Falle die Milchprodukte für einen bestimmten Zeitraum (mindestens drei Monate) meiden und beobachten, ob es ihm damit besser geht.
Ähnlich wie bei der Milch, verhält es sich auch beim Getreide, nämlich dass manche Menschen empfindlich darauf reagieren, z. B. mit einer verstärkten Schleimbildung, die sich in häufigen Erkältungen und Verdauungsbeschwerden äussern kann. Besonders glutenhaltige Getreide kommen für getreidebedingte Beschwerden in Frage, die sehr vielfältig in Erscheinung treten können.

2. Entsäuerung
Zeitgleich zur Ernährungsumstellung kann bereits mit der Entsäuerung begonnen werden. Die Entsäuerung reguliert den Stoffwechsel auf Zellebene. Denn oft befinden sich verschlackte, übersäuerte Zellen in einer Zellblockade. Sie können kaum noch ihrem Stoffwechsel nachgehen (Nährstoffe aufnehmen, Schlacken ausleiten). Schlacken, Gifte und Säuren verbleiben somit in der Zelle, während gleichzeitig kaum noch Vitalstoffe aufgenommen werden können.
Wird die Zellblockade jedoch mit Hilfe von Basenkonzentraten wieder aufgehoben, kann die Zelle endlich ihre Gifte und Schlacken ausleiten und sich wieder mit Nähr- und Vitalstoffen aufladen. Daher ist die Entsäuerung ein empfehlenswerter Schritt vor einer Entgiftung und vor jeder anderen Entschlackungsmethode. Denn ein funktionierender Stoffwechsel auf Zellebene ist die Voraussetzung dafür, dass man überhaupt erst entschlacken und im Gegenzug Vitalstoffe aufnehmen kann. Nur mit funktionierendem Zellstoffwechsel können Heilprozesse angestossen und Wohlbefinden erreicht werden.
Zur Entsäuerung bieten sich viele verschiedene Möglichkeiten: Wir empfehlen, eine sanfte Kur mit entsprechenden Basentees und Basenpulver.
Nach einer Entsäuerung kann man nun – wenn erforderlich – sofort die Entgiftungskur anschliessen, weil jetzt die Zellen in der Lage sind, die in ihnen eingelagerten Gifte auch wirklich auszuleiten. Auch hier empfiehlt sich die Entgiftung mittels Heilkräutertee (Detox) oder der Phytotherapie, um die Ausscheidungs- und Entgiftungsorgane wie Nieren, Leber, Darm, Lymphsystem, Ovarien und Haut zu stärken, damit die Ventile offen sind und die Gifte frei fliessen können. Für die Verdünnung der Giftstoffe sollte mindestens 2 bis 3 Liter Wasser zusätzlich getrunken werden.
Bei der Entschlackung gilt die Regel: «Verdünnen – Lösen – Binden – Ausscheiden». Als Bindemittel für die «Giftstoffe», wenn sie aus dem Gewebe gelöst sind, können Chlorella, Spirulina, Zeolith oder Heilerde verwendet werden.

3. Darmreinigung
Im Darm ist ein Grossteil des Immunsystems lokalisiert – und das Immunsystem ist für unsere Gesundheit das A und O. Ein gestörtes Immunsystem ist schliesslich der Beginn einer jeden Krankheit. Ist das Immunsystem zu schwach, sind akute und chronische Infektionen die Folge. Ist das Immunsystem irritiert, entwickeln sich Autoimmunerkrankungen und Allergien, die bekanntlich nur sehr schwer wieder zu therapieren sind. Auch ist die ursächliche Verbindung zwischen Hautkrankheiten und dem Darm längst bekannt.
Zudem gibt es kaum ein Gesundheitsproblem, das nicht mit einer gestörten Darmflora in Zusammenhang gebracht werden könnte, so dass schon allein aus diesem Grunde die Darmreinigung, die oft auch Darmsanierung genannt wird, ganz oben auf unserer Entschlackungsliste stehen sollte.
Natürlich ist ein gesunder und sauberer Darm auch für eine gute Nährstoffresorption erforderlich. Denn sind die Darmschleimhäute entzündet, gereizt oder beschädigt, dann können die so dringend benötigten Nähr- und Vitalstoffe nicht in den erforderlichen Mengen aufgenommen werden, was Mängel und infolgedessen Funktionsstörungen vieler Organe nach sich zieht.
Eine ganzheitliche Darmreinigung besteht aus drei Komponenten. Sie alle können im Grunde auch als Hausmittel bezeichnet werden, da man sie häufig sowieso bereits im Hause hat:

  • Flohsamenschalenpulver ist in vielen Haushalten als Verdickungsmittel und Backhilfsmittel zu finden
  • Bentonit oder Zeolith befinden sich ebenfalls bereits in vielen Haushalten, nämlich in der Hausapotheke (gegen Sodbrennen, Lebensmittelvergiftungen, Blähungen, Kopfschmerzen etc.)
  • Lediglich das Probiotikum sollte immer frisch erworben werden, da seine Haltbarkeit begrenzt ist.

4. Leberreinigung
Je sauberer und gesünder der Darm ist, umso weniger Schlacken gelangen über die Pfortader in die Leber, so dass eine Darmreinigung immer auch die Leber entlastet, was der Grund dafür ist, dass die Darmreinigung einer Leberreinigung vorangehen sollte, ja sogar eine Darmreinigung als Bestandteil der Leberreinigung empfohlen wird. Würde man erst die Leber reinigen, dann käme die Leberreinigung nie zu einem Ende, da ja vom noch ungereinigten Darm stets neue Schlacken in der Leber eintreffen würden.

Nach Abschluss der Darmreinigung ist jedoch der richtige Zeitpunkt für eine Leberreinigung gekommen. Immerhin schätzt man, dass bereits bis zu 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung (und um die 30 Prozent der übergewichtigen Kinder!) eine nichtalkoholische Fettleber entwickelt haben, was bedeutet, dass die Leber verfettet und dadurch in ihren Aktivitäten deutlich eingeschränkt ist und ausserdem ein Vorbote für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellt. Wenn man dazu jetzt noch die alkoholbedingte Fettleber dazu zählt, dürfte das Problem die Hälfte aller Erwachsenen betreffen.

Eine in ihren Funktionen eingeschränkte Leber kann als Entgiftungszentrale nicht mehr so gut und umfassend entgiften, wie es nötig wäre, was automatisch zu einer insgesamt höheren Giftbelastung führt. Und da die Leber auch den Cholesterinspiegel regelt, können sich bei einer ermüdeten Leber hier ebenfalls Unregelmässigkeiten zeigen (hohe Cholesterinspiegel).

Nun ist die Leber aber eines der dankbarsten Organe unseres Körpers. Das bedeutet: Sie kann sich sehr gut wieder erholen und regenerieren, weshalb sich eine Leberreinigung ausserordentlich lohnt und sich auch (für alle, die ärztliche Kontrolle wünschen) in besseren Leberwerten bemerkbar macht.

Die ganzheitliche Leberreinigung besteht neben einer basenüberschüssigen Ernährung in der Hauptsache aus Bitterstoffen, einem Mariendistelpräparat, Artischockenextrakt, Curcumin, Capsaicin und bestimmten Lebensmitteln (mit Bitterstoffen), die man in die Ernährung integriert und die der Leber besonders guttun.

5. Nierenreinigung
Die Nieren sind gemeinsam mit der Leber und dem Lymphgefässsystem die wichtigsten Stationen im Körper, die mit der Entschlackung und Entgiftung betraut sind. Je besser es nun dem Darm geht, je schneller die Lymphe fliesst und je fitter die Leber ist, umso mehr können die Nieren aufatmen. Sie profitieren also bereits enorm von allen vorgenannten Entschlackungsmethoden. Daher sollten diese auch immer vor der Nierenreinigung durchgeführt werden.

Die Nierenreinigung besteht aus bestimmten nierenreinigenden Kräutermischungen; aus dem Trinken von viel Wasser zur Durchspülung und aus bestimmten Lebensmitteln, die den Nieren bei der Entschlackung helfen. Zu den nierenreinigenden Kräutern zählen z. B. die Brennnessel, der Löwenzahn, die Goldrute, der Liebstöckel, Bärentraubenblätter, Birkenblätter, Brombeerblätter oder auch der Ackerschachtelhalm.

6. Entgiftung oder Detox-Kur
Nachdem nun der Zellstoffwechsel mit einer Entsäuerung wieder auf Vordermann gebracht wurde und Darm, Lymphe, Leber und Nieren gepflegt und voll funktionsfähig bereitstehen, kann die Entgiftung in Form einer Detox-Kur in Angriff genommen werden.

Natürlich werden auch bereits bei den zuvor durchgeführten Entschlackungsmethoden reichlich Gifte ausgeleitet. Doch gerade die gefährlichsten Gifte sind fettlöslich und lassen sich daher nicht so leicht aus dem Fettgewebe lösen.

Auch sind erst jetzt alle Organe in der Verfassung, um optimal und leistungsstark Gifte ausleiten zu können. Denn je schneller und effektiver der Körper entgiftet, umso geringer die Gefahr, dass die Gifte im Körper Schäden anrichten können und umso geringer das Risiko, dass es zu einer Rückvergiftung kommt. Bei einer Rückvergiftung werden bereits gelöste Gifte nicht ausgeleitet, sondern gelangen wieder zurück in den Blutkreislauf und belasten somit den Körper erneut.

Bei einer Detox-Kur kann man ganz gezielte Massnahmen ergreifen, um gerade die fettlöslichen Gifte erfolgreich und möglichst umfassend auszuleiten.

7. Aktivieren der Autophagie (zelleigene Entschlackung)
Wer nun den absoluten Geheimtipp erwartet, wird enttäuscht sein. Denn wieder einmal ist es eine gesunde vitalstoffreiche Ernährung, die zu einer ordnungsgemäss funktionierenden Autophagie führen kann.

Manche Lebensmittel können die Autophagie anregen, da sie bestimmte natürliche Stoffe enthalten (insbesondere Spermidin), die den Selbstreinigungsprozess der Zelle aktivieren. Zu diesen Lebensmitteln zählen:

  • Grapefruits
  • Rote Weintrauben
  • Birnen
  • Pilze
  • Linsen
  • Sojabohnen
  • Grüne Erbsen

Alle diese Lebensmittel sollten in den persönlichen Speiseplan integriert werden. Sie unterstützen die Entschlackung des Körpers und helfen, Entzündungen und Darmerkrankungen vorzubeugen.

Autophagie reinigt den Körper bis ins Gehirn

Pflanzliche Proteine aus Soja und Weizen stimulieren die Autophagozytose, während tierisches Eiweiss aus der Kuhmilch sie dagegen hemmt. Ebenfalls als äusserst spermidinreich gelten:

  • Grüne Bohnen
  • Brokkoli
  • Mangos
  • Weizenkleie und Weizenkeime

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