Oxalsäure

1776 konnte sie in grösseren Mengen durch Oxidation von Zucker mit Salpetersäure hergestellt werden, was noch keine Synthese, sondern der Abbau eines Naturstoffes war. 1824 wurde Oxalsäure erstmals künstlich hergestellt.

Oxalsäure und ihr Kaliumsalz kommen in grösseren Mengen in Rhabarber und anderen Knöterich-Gewächsen wie z. B. Sauerampfer vor. Das Meiste davon findet sich in den Blättern, weshalb nur der Stiel des Rhabarbers nach dem Kochen zum Verzehr geeignet ist. In ähnlichen Mengen kommt Oxalsäure in Sternfrüchten, Mangold, Spinat, Petersilie, Kakao und Schokolade vor.

Oxalsäure kann zur Entfernung von Rostflecken oder als Bleichmittel verwendet werden. In der Imkerei wird Oxalsäure als Winterbehandlung zur Bekämpfung der Varroamilbe eingesetzt. In der Steinverarbeitung wird Oxalsäure zum Glanzpolieren von Marmor verwendet. In der Holzverarbeitung dient Oxalsäure als Bleichmittel von schwarzen Flecken, die durch Kontakt von gerbsäuerlichen Hölzern mit eisernen Werkzeugen verursacht wurden.

Gesunde Menschen, die ihren täglichen Nahrungsbedarf ohne Einschränkungen zusammenstellen können, müssen sich über die Oxalsäure die der Carbonsäure angehört und deren Salze als Oxalate bezeichnet werden, keine Gedanken machen. Riskanter ist die Oxalsäure hingegen für all diejenigen, die unter Nierensteinen leiden oder für diese anfällig sind. In Verbindung mit dem Kalzium aus der Nahrung wird die Oxalsäure nämlich zu Calciumoxalat. Dieses Calciumoxalat ist neben den Calciumsalzen und dem Calciumurat der dritthäufigste Bestandteil von Nierensteinen.

Im Normalfall bereitet die Oxalsäure überhaupt keine Probleme, sondern wird von einem gesunden Körper bei jedem Gang zur Toilette ausgeschieden oder von der Darmflora durch bestimmte Bakterien zersetzt. Personen allerdings, die einmal Nierensteine hatten, haben bei einer oxalsäurereichen Ernährung ein erhöhtes Risiko, wieder Nierensteine zu bilden.

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