Lange Zeit waren sie in Europa in Vergessenheit geraten: die medizinisch wirksamen Aloe-Arten, die schon unsere Grossmütter kannten. Seit einigen Jahren feiern die oft sehr stacheligen Pflanzen ein nicht zu bremsendes Comeback. Zu Recht, denn die heilsame Aloe gilt wieder als die Königin der Arzneipflanzen.
Ursprünglich kamen alle Aloe-Arten vom afrikanischen Kontinent und wurden von dort über die ganze Welt in Länder mit subtropischen, tropischen oder mediterranem Klima verbreitet. Die Aloe-Pflanze ist bei den Medizinmännern der afrikanischen Stämme in vielerlei Anwendungen hochgeehrt, die Indianer Amerikas nannten sie die Quelle der Jugend, die Mayas überlieferten zahlreiche Rezepte von der wundersamen Heilkraft der Pflanze und von Columbus soll der Spruch stammen: Vier Pflanzen sind unerlässlich für das menschliche Leben, der Weizen, die Rebe, die Olive und die Aloe. Die erste nährt ihn, die zweite erfreut sein Herz, die dritte bringt ihm Harmonie, die vierte macht ihn gesund.
Fest steht, dass viele Welteroberer Aloe-Pflanzen in Töpfen mit auf ihre Seereisen nahmen, um mit dem Gel die geschundene Haut und die vielen Wunden ihrer Seeleute zu heilen und mit dem Verzehr einzelner Blattstücke die Strapazen jener langen Seereisen und Entdeckungen zu ertragen.
Natürlich war die Aloe auch als Schönheitsmittel beliebt. Die schönen Königinnen Nofretete und Cleopatra sollen, so sagt uns die Überlieferung, das Innere der Blätter täglich direkt auf den gereinigten Körper gestrichen haben und zusammen mit feinen Ölen als feuchtigkeitsspendende Emulsion verwendet haben. Die Bestätigung der enormen Wirkung auf die Hautzellen durch zahlreiche Versuche hat heute viele Kosmetikfirmen dazu bewogen, Aloe-Extrakte und Aloe-Gels direkt in Kosmetikserien einzusetzen. Frische Aloe-Gels können bis zur Keimschicht in die Haut vordringen und so die Regenerationsfähigkeit der Keimzellen, die schon ab einem Alter von 25 Jahren nachlässt, steigern. Aloe-Gels sind in der Lage, die Hautalterung vor allem nach Sonnenbädern zu verlangsamen und der Haut wieder Elastizität zu verleihen.
Dieselben Prinzipen gelten auch bei, Verletzungen oder Verbrennungen und bei Narben. Es bildet sich schnell neues Wundgewebe, so dass sich die Wunde rasch verschliesst und schneller abheilt. Ideal wirkt das Aloe-Gel auch bei Tieren, die sich verletzt haben.
Der natürliche Gehalt an Salizylsäure und B-Sitosterol ist verantwortlich für den Einsatz der Aloe als natürliches Schmerzmittel. Der Gehalt an verschiedenen Polysacchariden und ihr Zusammenspiel untereinander steigert die unspezifische Immunabwehr. Dazu sollte eine Zeit lang Aloe-Säfte getrunken werden. Aber auch lebenswichtige Aminosäuren und Enzyme, wie zum Beispiel das seltene Enzym Bradykinase, sowie Mineralstoffe und Vitamine lassen die Aloe ganzheitlich wirken. Die Wirkung der Aloe-Säfte kann verstärkt werden, wenn zum Mixen reine Muttersäfte verwendet werden, so zum Beispiel Heidelbeersaft, der gleichzeitig die Blasenmuskulatur stärkt, Sanddornsaft, der zusätzlich mit hohem Vitamin C Gehalt aufwartet oder mit Honig und Gelee Royal, die eine Kräftigende Wirkung haben.