Geschichte
Der Begriff Yoga taucht zum ersten Mal 400 v. Chr. auf. Trotzdem wird davon ausgegangen, dass Yoga noch viel älter ist, weil der Buddha schon um 500 v. Chr. in Yoga geschult worden sein soll und er auch zur Geschichte des Yoga beigetragen hat. Zu dieser Zeit war Yoga ein spiritueller Weg, der als Ziel die Suche nach Erleuchtung mit Meditation verfolgte. Gleichzeitig soll der Körper so gekräftigt werden, dass er über längere Zeit einen Meditationssitzzustand wie zum Beispiel den Lotussitz einnehmen kann. Auch bestanden bereits Kenntnisse über Atemtechnik und Bewusstseinszustände des Menschen.
Begriff des Yoga
Der Körper des Menschen wurde als eine Art "Maschine" der Seele angesehen. Die Sinne des Menschen müssen gebündelt werden, damit die "Maschine" zu seiner Verwirklichung finden kann. Der Begriff Yoga versteht sich in diesem Sinn als "Bündeln" und steht eng in Zusammenhang mit dem Begriff "Joch". Wenn Zugtiere vor einem Wagen gespannt werden, werden die Tiere miteinander verbunden und zusätzlich erhält der Bauer mit dem Joch und Geschirr Kontrolle über die Tiere. Der Mensch wird als ein Reisender im Wagen des materiellen Körpers gesehen. Der Wagen ist der Körper, der Kutscher der Verstand, die fünf Pferde die fünf Sinnesorgane, der Fahrgast die Seele, und das Geschirr heisst im Indischen "Yoga".
Yoga als Philosophie
Grundsätzlich gilt Yoga als eine indische, philosophische Lehre, die eine Reihe von körperlicher und geistiger Übungen vereint. Yoga wurde vor allem in den asketischen Milieus Indiens praktiziert. Die Wurzeln der Yoga-Philosophie finden sich somit im Hinduismus und Teilen des Buddhismus. Trotzdem wird auch noch heute Yoga als weltanschaulich neutrale Methode wahrgenommen. Yoga gehört zu den sechs klassischen Schulen der indischen Philosophie. Es gibt viele verschiedene Formen des Yoga, oft mit einer eigenen Philosophie und Praxis. Einige meditative Formen von Yoga legen ihren Schwerpunkt auf die geistige Konzentration, andere mehr auf körperliche Übungen und Positionen und Atemübungen. Andere Richtungen betonen die Askese. Yoga macht die eigene Erfahrung des Übenden zum entscheidenden Kriterium für das Fortschreiten auf dem Weg. Vivekananda entwickelte das Konzept der vier großen Yoga-Wege, die für alle Menschen umsetzbar sind. Dazu gehören das Karma-Yoga (auch Yoga des selbstlosen Tuns), der Jnana Yoga (der Yoga der spirituellen Erkenntnis), der Bhakti-Yoga (der Yoga der spirituellen Erkenntnis), der Raja Yoga (der Yoga der Beherrschung).
Yoga und Gesundheit
Im Mittelalter bekam der Hatha Yoga Bedeutung. Heute werden diesem Yoga therapeutische Erfolge nachgesagt. Die Praktiken des Hatha Yoga sollen für eine gute Gesundheit besonders wirksam sein. Im 20. Jahrhundert wurde dieser Yoga mehr und mehr aus dem asketischen Kontext herausgelöst, so dass Übungen abgemildert oder weggelassen wurden und stattdessen sportliche Praktiken integriert wurden. So ist ein facettenreiches Angebot von modernen Yogastilen entstanden, die sich seither über die ganze Welt verbreitet haben.