Wie ist Fisch ernährungsphysiologisch zu beurteilen?
Fisch ist reich an Eiweiss und leichtverdaulichem, wertvollem Fett (mehrfach ungesättigte Fettsäuren). Besonders erwähnenswert ist der Gehalt an den Vitaminen D und B12. Ausserdem trägt Hochseefisch – wenn auch nicht ausreichend – zur Jodversorgung bei.
Soll man Süsswasser- oder Meeresfisch essen?
Meeresfisch enthält anders als Süsswasserfisch, Jod. Meeresfisch aus Hochseegebieten ist zudem in der Regel mit Schadstoffen weniger belastet als Süsswasserfisch, es sei denn, er stammt aus sehr sauberen Binnengewässern. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass heutzutage aufgrund intensiver moderner Fangmethoden unsere Meere teilweise leergefischt und gewisse Fischbestände sogar vom Aussterben bedroht sind. Dieses Problem stellt sich beim Süsswasserfisch weniger.
Wie stark sind Fische mit Schadstoffen belastet?
Grundsätzlich hängt die Schadstoffbelastung eines Fisches von der Wasserqualität ab. Fische aus der Nordsee, Ostsee, dem Mittelmeer und aus den Küstengegenden oder Flussmündungen sind eher mit Schwermetallen, chlorierten Kohlenwasserstoffen, Pflanzen- und Lösungsmitteln belastet als Hochseefische oder Fische aus sauberen Flüssen und Seen. Je nach Fischsorte und Alter kann die Schadstoffbelastung ebenfalls sehr unterschiedlich sein. Junge und kleine Fische sind weniger belastet als ältere, grosse Fische. Raubfische (z.B. Hai) und Fettfische (z.B. Lachs, Makrele, Heilbutt) weisen in der Regel höhere Werte auf als Fried- und Magerfische (z.B. Flunder, Scholle, Seezunge, Felchen). Bei der Fischwahl sollte man diese Aspekte berücksichtigen.
Ist es für Konsumenten überhaupt möglich, die Herkunft von gekauften Fischen zu erfahren?
Nicht unbedingt, denn das Fanggut wird inzwischen auf dem Weltmarkt wie Kaffee und Baumwolle gehandelt. Sogar für den Fischeinkäufer ist es nicht immer möglich zu erfahren, aus welchen Gewässern die Fische stammen. Der grösste Teil der in der Schweiz beliebten Egglifilets kommt z.B. aus Kanada. Schweizer Inlandfische werden in der Regel entsprechend deklariert.
Warum sind Lachse rosa?
Wildlachse ernähren sich weitgehend von Kleinkrebsen, die einen natürlichen roten Farbstoff besitzen. Zuchtlachse hingegen erhalten ihre Farbe durch das dem Futter beigegebene Carotin.
Warum sollte das jahreszeitliche Angebot von Fischen berücksichtigt werden?
Auch Fische haben ihre „Saison“. Während dieser Zeit wird der jeweilige Fisch vermehrt und zu günstigeren Preisen angeboten. Junge, heranwachsende Fische werden auf diese Weise geschont, bis auch sie „ihre Saison“ haben.
Wie wichtig ist eine ausreichende Jodzufuhr?
Jod ist ein essentieller Mineralstoff, der als Bestandteil des Schilddrüsenhormons Thyroxin für die Schilddrüsenfunktion unerlässlich ist. Ein Jodmangel macht sich durch eine vergrösserte Schilddrüse bemerkbar. Im fortgeschrittenen Stadium einer Schilddrüsenunterfunkion zeigt sich ein Kropf.
Wie kann der Jodbedarf gedeckt werden?
Mit einer Fischmahlzeit pro Woche und zusätzlich unter Verwendung von jodiertem Meer- oder Kochsalz kann der Jodbedarf genügend gedeckt werden. Bei Gemüse ist der Jodgehalt sehr unterschiedlich –je nach Jodgehalt im Boden. Als weitere Jodquellen werden auch bestimme Meeresalgen (z.B. Kombu, Nori, Wakame, Iziki) empfohlen, die in Naturkostläden oder makrobiotischen Läden erhältlich sind. Da bereits kleine Mengen davon sehr viel Jod enthalten können, ist bei der Dosierung Vorsicht geboten.
Weshalb gibt es Fischzuchten?
Aufgrund intensiver Fangmethoden werden unsere Meere leergefischt. Fischproduzierende Länder weichen deshalb auf Fischzuchten aus. In sogenannten „Aquakulturen“ werden Lachse oder Regenbogenforellen innerhalb kürzester Zeit hochgezüchtet. Dabei werden teilweise Medikamente wie Antiobiotika zur Krankheitsprophylaxe eingesetzt.
Was ist von Fischölkapseln zu halten?
Fisch weist einen hohen Gehalt an essentiellen Fettsäuren (Omega-Drei-Fettsäuren) auf. Diese Fettsäuren sind in Fischölkapseln konzentriert vorhanden, welche vor allem zur Senkung erhöhter Blutfettwerte und als Schutz vor Herzinfarkt empfohlen werden.