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Essverhalten und Psyche

Essverhalten und Psyche


Gesundes Sozialverhalten fördert gesundes Essverhalten


Essen ist ein Sozialverhalten. Ein kooperatives Sozialverhalten, das sich vom kompetitiven Sozialverhalten abgrenzt. Beim Essen wird geteilt.

Essen hat immer eine soziale integrative Funktion.

Indem man das Essen zelebriert, zelebriert man sich selber.

Die Seele kommt in unserer heutigen Zeit zu kurz. Effizienz und Geschwindigkeit sind gefragt, nicht Ruhe und Muse. Die Ruhe wird ersetzt durch Suchtverhalten.

In unserer Überflussgesellschaft sind wir Gelegenheitsesser, die zupacken, da wir Nahrung in der Regel zu uns nehmen, sobald sie verfügbar ist.

Aneroxie (Magersucht)
Alle Krankheiten, die mit Verhalten zu tun haben sind schwierig zu behandeln, weil es hier um Machtkämpfe geht. Essen verweigern ist, eine selbst schädigende Verhaltensweise, gleichzeitig aber ein effektiver Machtkampf.

Bulimie (Ess-/Brechsucht)
Erbrechen ist ein natürliches Aversionsverhalten, Erbrechen ist ein Schutzreflex gegen giftige Stoffe. Mit Erbrechen kann man die Ablehnung gegen die seelische Giftigkeit zum Ausdruck bringen.

Bulimikern sollte viel mehr Platz eingeräumt werden, um ihrem Temperament Ausdruck zu geben (Aggression = Vitalität). Man frisst die Wut in sich hinein, man schluckt die Wut hinunter. Bulimie ist ein Kampf gegen sich selber.

Adipositas (Fettsucht)
Bei Fettsucht wird das Befriedigungsverhalten zuviel verwendet. Essen wird als Belohnung aufgefasst. Alle Süssspeisen sind typische Belohnungsspeisen. Schokolade wirkt ähnlich wie ein Antidepressiva. Wir haben ganz viele Belohnungsverhalten als Problembewältigungsstrategie. Wenn nur noch ein Belohnungsverhalten übrig bleibt, nämlich das Essen, wird Essen zur Sucht.

Fettsucht ist ein nicht befriedigtes Bedürfnis nach sozialem Austausch. Über das Essen kann man Sozialkontakte mimen. Adipöse sollten daher mehr Sozialkontakte pflegen. Wer viel isst, will sich soziales Gewicht zulegen. Es fehlt an Kontakten, an verbaler Befriedigung. Adipöse Menschen sollten seelisches Gewicht zulegen, nicht körperliches. Sie müssen ihr Selbstwertgefühl stärken, um mit dem inneren und nicht mit dem äusseren Gewicht stärker auftreten zu können.

Gesundes Sozialverhalten fördert gesundes Essverhalten, Stichwortartiger Auszug aus dem Vortrag von Frau Dr.med. Ursula Davatz, gehalten anlässlich der ParaMediForm-Tagung vom 2.9.2006.

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