Zusammensetzung
Leinöl besteht aus 11% gesättigten und 89% ungesättigten Fettsäuren. Dies sind: 25% Arachidonsäure, 15% Linolsäure, 49% Alpha-Linolsäure. Es enthält ausserdem Lezithin und Vitamin E (80 bis 95 mg auf 100 g Öl).
Lezithin ist eine fettige Substanz, notwendig für das gute Funktionieren von Nervensystem und Gehirn. Es stärkt und entspannt die Nerven gleichermassen und ist auch beteiligt am Aufbau und der Wiederherstellung der Schutzhülle der Nerven, der sogenannten Myelinmarkscheide. Bei der multiplen Sklerose werden diese Scheiden angegriffen, was die für diese Krankheit typischen motorischen und sensitiven Beschwerden verursacht. Vitamin E hat antioxidierende Eigenschaften. Dies bedeutet, dass es empfindlichen Substanzen - wie etwa dem Vitamin F - hilft, nicht zu oxidieren oder, anders ausgedrückt, ihre Eigenschaften zu bewahren. Vitamin E ist auch für die Geschlechtsdrüsen wichtig, fördert die Vernarbung der Haut und ist gegen Herz- und Gefässkrankheiten wirksam. Bei Herz- und Gefässleiden wirkt Vitamin E zusammen mit Vitamin F. Eine ausreichende Menge davon im Blut verhindert, dass sich Cholesterin ansammeln und Ablagerungen bilden können.
Indikation
Die Beschwerden, die durch einen Mangel an Vitamin F entstehen, sind sehr zahlreich, lassen sich aber in einige grosse Gruppen aufteilen:
Allergien
Vitamin F stärkt die Widerstandskraft von Haut und Schleimhäuten gegenüber Allergenen. Andererseits können die Allergene auch besser neutralisiert werden, und die von ihnen ausgelösten Entzündungen klingen dank ausreichender Erzeugung der "friedlichen" Prostaglandine schneller ab.
Degenerative Krankheiten
Beschädigtes Gewebe und ein geschwächtes Immunsystem sind Merkmale degenerativer Leiden wie Krebs, multiple Sklerose oder Polyarthritis. Vitamin F vermindert die Angriffe auf Zellen (Krebs), Myelinmarkscheiden (multiple Sklerose) und Gelenke (Polyarthritis). Es stärkt Widerstands- und Filtrierfähigkeit der Darmschleimhäute, durch welche die Toxine in den Körper gelangen können. Es stärkt auch in besonderem Mass das Immunsystem, das die Krebszellen ausscheiden und die Gifte vernichten muss.
Haut
Einfachstes Zeichen für einen Vitamin-F-Mangel ist eine trockene Haut. Anfangs vor allem auf den oberen Extremitäten, geht sie auf den Rücken über und verbreitet sich von da über den ganzen Körper.
Herz- und Gefässkrankheiten
Die ungesättigten Fettsäuren des Leinöls verhindern, dass sich Cholesterin und gesättigte Fettsäuren im Blut ansammeln und an den Gefässwänden ablagern können. Leinöl-Kuren sind günstig bei zu hohem Cholesterinspiegel, Venenentzündungen, Thrombosen, Herzinfarkt - sowohl zur Vorbeugung als auch zur Heilung.
Infektionen
Eine Leinöl-Kur empfiehlt sich für alle, die an wiederkehrenden Infektionen leiden, allgemeinen wie Grippe oder besonderen Infektionen der Lunge (Bronchitis), von Hals und Nase (Angina, Schnupfen, Sinusitis) oder der Harnwege (Blasenentzündung). Wiederholte Infektionen sind nicht durch die Virulenz der Mikroben bedingt, sondern durch mangelnde Abwehrkraft des Immunsystems. Dieses kann dank Vitamin F gestärkt werden.
Einschränkungen
Es sind keine bekannt.
Handelsformen
Leinöl ist nur in Form von Öl erhältlich. Es wird in Metall- oder sonst lichtunempfindlichen Flaschen verkauft (Licht zerstört die empfindlichen Vitamine!). Die Flaschen enthalten nur 250 oder 500 ml, damit das Öl innert Kürze (4 bis 5 Wochen) aufgebraucht werden kann. Bei längerer Lagerung oxidiert das Öl. Geöffnet muss es im Kühlschrank aufbewahrt wer-den.
Anwendung
Leinöl wird mit Magerquark oder Joghurt vermischt eingenommen. Es ist ratsam, die Mischung mit dem Schneebesen zu verquirlen, um eine feine Emulsion zu bekommen. Verdaulichkeit und Assimilationsfähigkeit werden so wesentlich erhöht. Um den leichten Nussgeschmack zu variieren, kann der Mischung eine Frucht beigegeben werden.
Dosierung
Der Bedarf an ungesättigten Fettsäuren (Vitamin F) liegt zwischen 12 und 25 g täglich (ca. 2 Esslöffel), der nicht ausschliesslich mit Leinöl zu decken ist. Für die Tagesration der Alpha-Linolsäure reichen 2 Teelöffel Leinöl; die anderen Fettsäuren, besonders die Linolsäure, können mit einem bis anderthalb Esslöffeln kaltgepresstem Öl wie Sonnen-blumenöl, Nussöl, Sesamöl, Maiskeimöl oder Distelöl (in der Salatsauce oder über gegartes Gemüse geträufelt) gedeckt werden.
Da ungesätttigte Fettsäuren sich zusammen mit gesättigten Fettsäuren weniger gut assimilieren, sind tierische Fette (Fleisch, Butter, Usw.) sparsam verwenden!
Dauer
Die erste Kur mit Leinöl sollte 2 - 3 Monate dauern. Sie kann beliebig wiederholt werden. Kranke hingegen tun gut daran, Leinöl in ihre tägliche Ernährung einzubauen.