Früher war Frühlingsbeginn die Zeit orgiastischer Fester - die Walpurgisnacht , das Beltanefest - Relikte davon haben sich bis in unsere Zeit erhalten, denn so wie Halloween , kommt auch die Walpurgisnacht wieder in Mode. Doch keine Angst, unsere Vorschläge zum Frühling haben zwar auch eine alte Tradition sind aber völlig unspektakulär.
Frühling hat zuerst einmal mit Loslassen, Reinigen zu tun - sonst hat ja nichts neues Platz und es ist doch das Neue, Unverbrauchte worauf wir uns so freuen.
Sicher nicht aus Zufall, bietet uns der Frühling Kräuter an, die vor allem der Reinigung dienen. Denken Sie nur an: Brennnessel, Löwenzahn, Birke und Bärlauch.
Ein uralter Trieb in uns liebt es zu sammeln. Gehen Sie diese Kräuter selber suchen, statt sie in der Apotheke zu kaufen. Sammeln Sie alles was der Frühling zu bieten hat und essen Sie es genüsslich - wetten dass Sie das so richtig munter macht für die Woche. Vor allem können Sie so noch erleben, wie gesunde Nahrung wirklich schmeckt: Sie werden jeden kommerziellen Kopfsalat nachher mit Verachtung strafen.
Beispiele
Junger Löwenzahn und Sauerampfer sind sehr schmackhaft zu Käse oder Butterbrot beim Frühstück. (Bei Eisen- und Folsäuremangel über längere Zeit auch mit normalen Kräutern oder dunkelgrünen Salatblättern sehr zu empfehlen).
Suppe oder Tee aus jungen Brennnesseln reinigt die Niere.
Bärlauch als Beigabe zu Salaten, Suppen als Pesto etc. reinigt das Blut. Nicht übertreiben bei Bärlauch. Noch mehr davon ist nicht noch gesünder. Junge hellgrüne Blätter nehmen.
Mit Frühlingskräutern können Sie wunderbare Salate machen. Falls die Ernte et-was spärlich ausfiel mischen Sie die Kräuter mit Nüsslisalat oder Rucola. Ge-hackte Eier nehmen den leicht bitteren Geschmack des Löwenzahns, auch kurz heiss abwaschen hilft. (Alle Bitterstoffe tun der Leber besonders gut).
Aus gehackten Frühlingskräutern Pesto machen.
Die gelben Köpfchen vom Huflattich, die wie kleine Sonnen aussehen, können Sie essen, sie sind sehr dekorativ. Das gleiche gilt für Gänseblümchen.
In der Apotheke erhalten Sie die Kräuter getrocknet als Tees oder als konzent-rierte Säfte zum Teil auch als Kräuterschnaps.
Tipps beim Sammeln
Nur ganz junge Blätter nehmen.
Waldränder, Waldlichtungen und Wiesen suchen, die nicht gedüngt sind.
Massvoll sammeln und gleich im Wald vorrüsten.
Die Kräuter halten sich gewaschen und gut abgetropft, mehrere Tage in Plastikdosen im Kühlschrank.
Die Überlieferung sagt, dass drei, noch geschlossenen Köpfchen Löwenzahn roh gegessen, für Neues und Überraschungen sorgen.
Apfel-Löwenzahn-Salat
1 Handvoll Löwenzahnblüten
1 Handvoll kleine Löwenzahnblätter
1 Handvoll Blätter von Gänseblühmchen
2 Äpfel
Einige Baumnüsse
Salz und 1-2 Essl. Essig
2-4 Essl. kaltgepresstes Öl
Kräuter und Blüten fein hacken, etwas salzen und Essig dazu geben. Apfel fein schneiden oder grob raffeln, Nüsse hacken und alle Zutaten gut vermischen, dann das Öl dazu geben. Mit einem feinen Brot servieren.
Dieser einfache Wildgemüsesalat ist so gehaltreich, das es nicht viel davon braucht.
Das Buch zum Thema: "Nahrhafte Landschaft" von Michael Machatschek
Böhlau-Verlag Wien; ISBN 3-205-99005-6
Sie werden staunen, was sich alles essen lässt aus unserer Landschaft und nicht nur im Frühling.