Alle, die eine Götterspeise zubereiten wollen, denken zuerst an gewöhnliche Gelatine. Den wenigsten dürfte jedoch Agar Agar bekannt sein. Es ist ein Stoff, der aus verschiedenen Rotalgen gewonnen wird. Er ist geschmacksneutral und hat praktisch keine Kalorien. Im Gegensatz zu gewöhnlicher Gelatine ruft er nie Magenreizungen hervor. Agar Agar wird durch Ausfrieren und Wiederauftauen hergestellt. Es ist nur in heissem Wasser löslich und erstarrt, wenn es abkühlt. Deshalb erstarren heisse Agar Agar-Lösungen beim Abkühlen. Es kann bis zu fünfzig Mal so viel Flüssigkeit wie sein Eigengewicht aufnehmen und hat die 5 bis 6fache Gelierkraft tierischer Geliermittel, die ihm durch die enthaltene Agarose verliehen wird.
Agar Agar ist ein Stoff, der schnell Feuchtigkeit aufnimmt und sie festhält. Diese rasche Aufnahme von Feuchtigkeit, wie sie im Darm auch geschieht, erzeugt dort einen Schleim und damit Gleitfähigkeit und ist deshalb eine Erleichterung bei Verstopfung. Agar Agar besitzt aufgrund seiner Herkunft aus dem Meer einige Mineralien. Alles, was man mit normaler, aus Tierstoffen gewonnener Gelatine herstellen kann, lässt sich auch mit Agar Agar machen. Einige Speisen werden mit Agar Agar etwas trüber als mit Gelatine.
Agar Agar wird als gelierende Masse in Salaten, Suppen, Aspiks und Nachtischen verwendet. Es geliert schnell und man braucht nur geringe Mengen. Es wird in Stangen und als Flocken angeboten.
Agar Agar geliert bei ca. 30 Grad Celsius, bleibt dann aber bis 60/70 Grad fest. Einmal gelierte Speisen lassen sich dann ohne Kühlschrank kurzzeitig aufbewahren, ohne dass die gelierende Wirkung verloren geht.
Agar Agar ist auch ein gutes Abführmittel. Ein Teelöffel auf eine Tasse heissen Tee oder Wasser geben. Nach dem Verrühren so heiss wie möglich trinken, beim Abkühlen im Darm quillt das Agar Agar dann und regt die Darmperistaltik an. Nach der ersten Tasse können Sie 15 Minuten später noch eine Tasse Flüssigkeit trinken, da durch die erhöhte Wassermenge die Quellfähigkeit vergrössert wird.