Obwohl die Pflanze "Stevia rebaudiana" kürzlich als Pflanze aus Südamerika bezeichnet wurde, beschreiben die Chinesen ihre Verwendung seit mehr als 300 Jahren. Einige neueste, in Medline (Datenbank der Amerikanischen Medizinischen Bibliothek) verfügbaren Untersuchungen zeigen ihre Wirksamkeit zur Erhaltung des Blutzuckerspiegels. Die Japaner verwenden Stevia aufgrund des süssen Geschmacks als Aroma bei der Zubereitung von Nahrungsmitteln.
Als ausgezeichnete Hautnahrung ernährt Stevia alle Gewebe und unterstützt die Haut, für die Chinesen das grösste Organ und grösste Ausscheidungsorgan mit einer Oberfläche von 2 m2. Mit reinem Wasser und Tonerde vermischt, kann Stevia einmal pro Monat als Gesichtsmaske für eine Tiefenreinigung der Haut Verwendung finden. Meistens verwendet man Stevia, indem man Getränken wie z.B. Triflora, Nutriall usw. eine Prise hinzufügt.
Obwohl Stevia keinen chemischen Zucker enthält, ist es 30mal so süss wie normaler Zucker. Laut Chinesen und Japanern stabilisiert Stevia den Blutzuckergehalt. Sie verwenden es vorbeugend bei Hypoglykämie, Alptraum der Diabetiker und Grund plötzlicher Erschöpfung.
Für die Chinesen wirkt es ausserdem heilend, keim- und pilztötend. Wenn man es auf eine offene Wunde streut, wird die Blutung sofort gestoppt. Die wohltuende Wirkung von Stevia bei Aphthen, Geschwüren und Schnittwunden ist beeindruckend.
Ferner soll es
- die Verdauung verbessern
- die arterielle Tätigkeit und den allgemeinen Stoffwechsel regulieren
- für geistige Klarheit und
- friedlichen Schlaf sorgen
Stevia sollte in keiner Reise- oder Hausapotheke fehlen
Jeden Frühling tauchen in den Samenkatalogen diverse Neuheiten auf, aber nur selten ist etwas wirklich Neues darunter, eine Pflanze, die man noch nirgends gesehen hat und auch in Gartenbüchern und Nachschlagwerken nicht erwähnt wird. Dass eine wirklich neue Pflanze auftaucht, ist an sich schon selten, aber wenn sie auch noch sinnvoll und sogar nützlich ist, dann kommt das einer hortikulturellen Sensation gleich. Das Süsskraut Stevia rebaudiana dürfte eine solche Sensation sein. Ihre dunkelgrünen Blätter sind leicht gezahnt und könnten für kleine Minzeblätter gehalten werden. Im Herbst macht die Staude winzige weisse Blüten, die sicher kein Aufsehen erregen. Die Besonderheit von Stevia liegt ganz woanders: Ihre Blätter sind bis dreissigmal so süss wie Zucker. Stevia ist somit das süsseste Naturprodukt überhaupt. Und dabei enthält es so gut wie keine Kalorien. Es schadet den Zähnen nicht und wirkt sogar vorbeugend gegen Karies. Besonders für Diabetiker wichtig ist die Tatsache, dass Stevia keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat. Als ich diesen Winter zum ersten Mal von diesem Süsskraut hörte, war ich misstrauisch. Wenn die Pflanze so sensationell wäre, meinte ich, würden wir sie sicher schon längst kennen. Ich erhielt daraufhin eine Tüte mit getrockneten Stevia-Blättern und Stevia-Samen zum Ausprobieren. Eine handvoll der Blätter habe ich zusammen mit den Teebeuteln in die Kanne gegeben - und mich ordentlich gewundert. Die Brühe war so süss, dass ich sie nicht trinken konnte. Beim zweiten Versuch verwendete ich nur drei Blättchen, und der Tee schmeckte tatsächlich angenehm süss und so gut, dass ich beschloss, dem seltsamen Kraut einen Ehrenplatz auf unserem sonnigsten Fenstersims in der Küche zu geben. Die Samen habe ich in kleine Töpfe gesät und sie genau gleich behandelt wie Basilikum, das ab Januar auf jenem besten Fenstersims gedeiht. Die beiden Kräuter wachsen etwa gleich schnell und schätzen dieselben Bedingungen: ungefähr 20 Grad, viel Sonne, feuchte Erde. Die Stevia-Pflänzchen sind jetzt gut sechs Zentimeter hoch, und ihre gezahnten Blätter schmecken bereits richtig süss.
Dass das wunderbare Süsskraut bis heute unbekannt war, stimmt übrigens nicht. Stevia wird seit Jahrhunderten von den Guarani-Indianern in Paraguay verwendet. 1887 stiess der südamerikanische Naturwissenschaftler Antonio Bertoni dort auf das Süsskraut. Während des zweiten Weltkriegs wurden in Europa erfolgreich Versuche mit Stevia gemacht, als es aber nach dem Krieg wieder genug Zucker gab, geriet sie in Vergessenheit. Die Japaner hingegen verwenden Stevia seit den fünfziger Jahren, sie verbrauchen pro Jahr mehrere hundert Tonnen. Die japanische Lebensmittelindustrie süsst auch zuckerfreie Kaugummis, Joghurts und Cola light mit Stevia-Extrakt. Stevia-Samen gibt es in der Schweiz exklusiv bei Wyss im Select-Samen-Programm unter dem Namen Zucchero. In vielen Gärtnereien werden ab Frühling auch Jungpflanzen angeboten.
Süss und heilsam
Stevia rebaudiana Bertoni - so der botanische Name der kleinen Staude aus Südamerika, gehört zur Familie der Astern. Die Pflanze, die auch als Honigblatt bezeichnet wird, enthält eine Reihe süss schmeckender Glycoside und wird deshalb seit Jahrhunderten von Indianern in Paraguay als Süssungsmittel eingesetzt, vor allem, um Matetee zu süssen. Die Wirkung ist ähnlich wie bei künstlichen Süssstoffen, nur dass es sich hierbei um ein kalorienfreies Süssungsmittel aus der Natur handelt. Auch als Heilpflanze wurde Stevia bei den Ureinwohnern Südamerikas verwendet, unter anderem bei Wechseljahrsbeschwerden, zur Verbesserung der Wundheilung und als Verdauungshilfe. Das Honigblatt enthält neben einer Vielzahl sekundärer Pflanzenstoffe wie Flavonoiden, Vitaminen, Spurenelementen auch antibakterielle und Plaque hemmende Substanzen.
Handelsformen
In Japan, Israel, Brasilien, China, Taiwan und Korea wird das Honigblatt seit Jahren als alternatives Süssungsmittel verschiedenen Fertigerzeugnissen zugesetzt. Stevia-Produk-te gibt es in Form von geschnittenen Blättern oder als Pulver zu kaufen, mit einer Süsskraft, die etwa zwanzigmal stärker als Haushaltszucker ist. Steviablätter können zum Süssen beispielsweise mit einem Tee mitgekocht werden. Es gibt auch Konzentrate, bei denen die Glycoside aus der Pflanze extrahiert wurden. Diese Extrakte süssen etwa drei-hundertmal intensiver als Haushaltszucker.