Der Mandelbaum wird seit 4000 Jahren kultiviert. Angepflanzt wird er heute hauptsächlich in den USA sowie im Mittelmeerraum, aber auch in Pakistan und im Iran. Seine Heimat ist in Klein- und Zentralasien gelegen. Die Wildformen tragen bittere, die Kulturformen süsse Mandeln. Die Frucht gehört zum Steinobst wie die Kirsche, Pflaume und Aprikose. Das Mandelfleisch ist ledrig und ungeniessbar. Der Kern wird von einem feinen zimtbraunen Häutchen umgeben, welches sich nach dem Abbrühen leicht entfernen lässt. Der geschälte Kern kann roh gegessen werden, wird aber meist zu besonderen Delikatessen wie Marzipan, gebrannte Mandeln, Likör oder verschiedenen Mandelgebäcken verarbeitet. Bittermandeln hingegen eignen sich nicht als Rohkost, da sie grössere Mengen an Amygdalin, ein Blausäure-Glycosid, enthalten. Die Krachmandel hat eine poröse, zerbrechliche Schale, die geknackt wird, um den süssen Kern zu essen. Der Mandelbaum ist aber nicht nur seiner Früchte wegen eine Nutzpflanze, sondern auch sein Holz kann verwendet werden. Mandelholz ist schön rötlich gefärbt und vor allem für den Möbelbau interessant.
Der Mandelbaum blüht als erster Obstbaum früh im Frühling und kann nur dort überleben, wo kein Spätfrost zu erwarten ist. Wegen seiner frühen Blüte nach dem Winter ist er eine beliebte Zierpflanze, aber auch Symbol für Eile und Hast. In den mediterranen Ländern blüht die Mandel bereits im Januar und gilt dort als Symbol der Wachsamkeit und Wiedergeburt. Während der Blütezeit trägt der Baum noch keine Blätter, dies macht die Blütenbracht noch eindrücklicher. Wie die Rose erfreuen die Blüten der Mandelbäume das Herz und sind Zeichen der Liebe. Blühende Mandelzweige können in einer Vase unsere Wohnräume verzaubern. Wegen ihres angenehmen Dufts sind Mandelblüten bereits für unzählige kosmetische Produkte verwendet worden.
Mandeln sind ausserordentlich fettreich. Sie enthalten etwa 54 % pflanzliche Öle, vor allem Linolsäure. Besonders in der vegetarischen Küche hat die Mandel ihren festen Platz. Sie ist nämlich nicht nur fettreich, sondern enthält auch wichtige Eiweisse. Ihr Eiweissgehalt kann sich ohne weiteres mit demjenigen des Fleisches messen, und ihr Kalziumgehalt ist ähnlich hoch wie diejenige der Milch. Um das Eisen im Darm gut resorbieren zu können, empfiehlt es sich, gleichzeitig Vitamin C-reiche Früchte zu essen. Der regelmässige Genuss von Mandeln soll das Risiko, an Herz- und Kreislaufproblemen zu erkranken, stark vermindern. Mandeln wirken nachweislich gegen einen zu hohen Cholesterinwert im Blut. Zudem enthalten die Mandeln viel Folsäure und dies ist besonders für schwangere Frauen wichtig.
Die Mandel hat nur einen Nachteil, sie ist sehr kalorienreich und sollte daher mit der nötigen Vorsicht genossen werden.