Beim Fenchel handelt es sich um eine Gattung mit nur einer Art aus der Familie der Doldenblütler. Diese Familie stellt zahlreiche aromatische Arznei- und Gewürzpflanzen, wie den Anis, den Kümmel oder den Dill. Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet und wurde durch die Klosterkultur nach Mitteleuropa gebracht. Sie braucht ein warmes Gebiet mit leicht trockenem, nährstoff- und kalkhaltigen Lehmboden. Ausreichend Sonne fördern den Wachstum und das Aroma des Fenchels. Heute wird der Fenchel in ganz Europa, Asien, aber auch in Afrika und Südamerika angebaut. Importe kommen aus Ungarn, Bulgarien, Rumänien und sogar aus China.
Der Fenchel kann bis zu zwei Meter hoch werden. In der Regel hat er aber eine Grösse zwischen 40 und 120 Zentimeter. Der sogenannt Gemüsefenchel ist meist einjährig und wird nur etwa 50 Cm hoch. Kennzeichnend sind die gefiederten Blätter und die kleinen, gelben Blüten in einer schirmförmigen Dolde. Der Stängel ist kahl und bläulich bereift. Die unteren Blattstiele werden zwischen 5 bis 15 cm lang. Die Vegetationsdauer beträgt normalerweise etwa zwei Jahre. Die frischen Blätter des Fenchels können laufend geerntet werden.
Der Gelehrte Dominikaner Albertus Magnus (13. Jh.) hat den Fenchel zusammen mit dem Anis untersucht. Beide Pflanzen haben im ätherischen Öl das Anethol als Hautwirkstoff. In dem Öl des Bitteren Fenchels sind bis zu 70% , in dem des Süßen Fenchels bis zu 90% Anethol enthalten. Das Fenchelöl wirkt antibakteriell. Die Fenchelsamen enthalten bis zu 6 Prozent ätherische Öle. Zudem enthält der Fenchel viel Vitamin C und zahlreiche Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Eisen. Hinzu kommt das Vitamin Folsäure.
Das ätherische Öl des Fenchels fördert die Magen- und Darmbewegung (Motilität) und wirkt bei einer hohen Dosierung krampflösend auf die Muskulatur von Magen und Darm. Deshalb wird oft bei leichten, krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden Fencheltee empfohlen. Bei Blähungen hilft es, vor jeder Mahlzeit eine Tasse Fencheltee zu trinken (ein bis zwei Teelöffel zerdrückte Samen in einer Tasse kochend heissem Wasser zehn Minuten ziehen lassen). Zur Unterstützung von Magen und Darm dreimal täglich eine Tasse Tee zu sich nehmen. Bei Verschleimung der Atemwege wird deren Reinigung auf zwei Weisen bewirkt: Zum einen regt das ätherische Öl des Fenchels die Bewegung der Flimmerhärchen in den Atemwegen an und zudem verdünnt es den Flüssigkeitsfilm auf dem der zähe Schleim abtransportiert wird. Hierbei eignet sich der sogenannte Fenchelhonig. Eine antimikrobielle Wirkung des ätherischen Öls ist in Studien nachgewiesen worden.
In der Volksmedizin ist Fenchel immer noch als Mittel zur Förderung der Muttermilch (Galaktagogum) bekannt und wird auch als Augenwasser bei Sehstörungen und Ermüdung der Augen äußerlich angewendet. Dabei eignet sich ein Aufguss aus Fenchelsamen für Kompressen zur Behandlung von Bindehaut- und Augenlidentzündungen.
Der Fenchel wird roh als Salat oder gekocht als Gemüse gegessen.