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Der Kohl

Der Kohl


Der Kohl sorgt für die nötigen Vitalstoffe im Winter


Ob Rot-, Weiss-, Grün-, Wirsing-, Blumen-, Schnitt-, Stängel-, Spitz-, Senf-, China-, Spargel-, oder Rosenkohl, sie alle gehören zur grossen Familie der Kohlgewächse. Wegen ihrer heute bestens bekannten und erforschten wertvollen bioaktiven Inhaltsstoffe zählen diese inzwischen zu den gesündesten Gemüsen schlechthin. Besonders wegen ihres hohen Gehalts an antioxidativen Wirkstoffen wird ein regelmässiger Kohlgenuss heute zunehmend auch von wissenschaftlicher Seite zur Krebsprävention empfohlen.


Der Kohl – ein Kind des Südens


Alle Kohlgewächse gehören zur Familie der Kreuzblütler. Zurzeit kennt man etwa 130 Sorten. Dazu gehören auch zahlreiche nicht typische Kohlgewächse wie die Brunnen- und Gartenkresse, der Rettich, die Radieschen, der Meerrettich, die Mairübe, die Kohlrübe und der immer beliebtere Rucola/Rauke. Ob-wohl man den Kohl oft gerne als ein typisch deutsches Gemüse bezeichnet, ist die eigentliche Heimat der meisten Kohlsorten der Mittelmeerraum oder Asien. So gehören bei den Italienern verschiedene Kohlsorten wie Wirsing, Brokkoli, Rucola und der bei uns noch weniger bekannte Stengelkohl (Cima di Rapa) zur gesunden winterlichen Alltagsküche mit einer entsprechend langen Tradition.

Der vielseitige Kohl wurde aber bereits von unseren Vorfahren in der Jungsteinzeit verwendet, wie man bei Ausgrabungen festgestellt hat. Der Kohl war es dann wohl auch, der die Menschen damals in den Wintermonaten auch oh-ne Vitaminpillen und Zitrusfrüchte ausreichend mit Vitamin C und anderen Vitalstoffen versorgte. Auch die Kelten waren sehr erfolgreiche Kohlbauern, einer der Gründe, warum Kohlgerichte noch heute in England eine entsprechend grosse Tradition haben.


Nährwert der Kohlgewächse


Dank seinem hohen Gehalt an wertvollen Vital- und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen werden Kohlgewächse von immer mehr Ernährungswissenschaftlern für die gesunde Alltagsküche empfohlen. Wissenschaftliche Studien bestätigen denn auch die grossartigen Heilwirkungen des Kohls. Einer der Gründe ist, dass alle Kohlsorten reichlich Vitamin C enthalten. Wirz/Wirsing enthält davon z.B. mehr als Grapefruits und Orangen. Der Spitzenreiter unter den Kohlsorten hinsichtlich seines Vitamin- und Mineralstoffgehalts ist der bei uns leider nur wenig bekannte Federkohl, auch Grünkohl genannt.

100 Gramm davon enthalten z.B. gleichviel Kalzium wie ein Glas Milch und wertvolles pflanzliches Eiweiss. Dadurch kann Grünkohl, regelmässig genossen, zur Osteoporoseprophylaxe besonders empfohlen werden.

Ausser Vitamin C enthalten alle Kohlsorten auch grössere Mengen an Eisen, Magnesium und Selen. So deckt eine Portion Weisskohl (ca. 200 g) den Tagesbedarf an Selen. Selen zählt zusammen mit den anderen ebenfalls im Kohl enthaltenen Vitaminen A, C und E zu den immer wichtigeren Antioxidantien, welche hinsichtlich ihrer krebspräventiven Wirkung besonders empfohlen werden.

Federkohl ist dabei der absolute Favorit unter allen Kohlsorten, gefolgt vom Brokkoli, der Studien zufolge wirksam vor Arteriosklerose und Krebs schützen soll. Dazu kommt die leichte Verdaulichkeit der Brokkoliröschen; darum kann Brokkoli auch in der Schonkost regelmässig verwendet werden. Brokkoli enthält reichlich Kalzium, ist also ebenfalls sehr gut für starke Knochen.


Kohlauflagen gegen Geschwüre


Besonders bekannt ist die gute Wirkung des Kohls gegen alle Arten von Geschwüren, bei eitrigen Wunden, Abszessen, Ausschlägen, Neuralgien, bei Leber- und Gallenentzündungen sowie bei Kopfschmerzen. Dafür werden die Blätter als Auflagen verwendet.


Kohlsaft gegen Magengeschwüre


Die Naturheilkunde sieht im Kohl und vor allem auch im Kohlsaft ein probates Mittel gegen Magengeschwüre. Dabei hat sich der Kohlsaft auch als Krebs vor-beugend erwiesen. Besonders gegen Brustkrebs sowie gegen Magen- und Darmkrebs hat sich Blumenkohl-, Brokkoli- und Rosenkohlkonsum als äusserst positiv herausgestellt. Zusammen mit Grüntee und Olivenöl rangieren die Kohlgewächse unter den Krebs hemmenden Nahrungsmitteln auf dem ersten Platz.


Die moderne Kohlküche – ein kulinarischer Streifzug


Heute werden im Gegensatz zu früher diverse Kohlgewächse wie z.B. der zarte Brokkoli und Blumenkohl, aber auch junger Grünkohl, roh fein gerieben, für schmackhafte Salate verwendet. Auch Weisskohl und Wirsing können roh, fein geschnitten als Salat oder kurz gedämpft im Wok mit wenig Olivenöl und gewürzt mit Curry und anderen exotischen Gewürzen, zu schmackhaften Gerichten verwandelt werden.

Einer der Newcomer in der Kohlküche ist der Stengelkohl, der zusammen mit Teigwaren und hochwertigem Olivenöl höchste mediterrane Gaumenfreuden verspricht. Probieren sollten Sie auch unbedingt einmal rohen Rosenkohl, fein geschnitten, zusammen mit Rucola und Karotten an einer Olivenöl-Balsamico-Marinade, garniert mit schwarzen Oliven und Feta, eine echte Delikatesse.


Blähbauch nach Kohlgenuss muss nicht sein


Um das zu vermeiden, sollen alle Kohlgewächse, wenn immer möglich, aus kontrolliert biologischem Anbau stammen, denn die Art und Weise der Düngung wirkt sich auf die Verträglichkeit des Kohls aus. Beim Zubereiten von Kohl sollten ausserdem blähungshemmende Gewürze wie Ingwer, Kümmel, Kreuzkümmel, Koriander, Fenchel, Kardamon und verdauungsanregende Kräuter wie Majoran, Bohnenkraut und Thymian verwendet werden. Alle Personen mit empfindlichen Verdauungsorganen sollten vor allem auf leicht verdaulichere Arten wie Blumenkohl, Brokkoli, junge Kohlrabi und jungen Wirsing ausweichen. Dabei sollten nur die Röschen oder die Blätter ohne die harten Teile verwendet werden.

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