Die nachstehenden Zahlen gelten für den Weizenkeim, nicht für gekeimten Weizen. Bei letzterem ist der Nährstoffanteil gewöhnlich höher, aber schwieriger zu bestimmen, da er diesen während des Keimens stetig verändert.
Weizenkeim besteht aus 47 % Kohlenhydraten, 10 % Fetten und 25 % Proteinen – letztere mit den acht unentbehrlichen essentiellen Aminosäuren. Die Fette sind zum grossen Teil ungesättigte Fettsäuren. Weizenkeimöl enthält 85 % ungesättigte Fettsäuren, davon 62 % Linol- und Alpha-Linolsäure.
Vitamine
Der Weizenkeim enthält etwas Vitamin C und D, ist aber vor allem bekannt für seinen Vitamin-B-Komplex; neben Bierhefe und Leber ist er eine der sicheren Vitamin-B-Quellen. Die Menge ist im Weizenkeim etwas geringer, dafür sind die unentbehrlichen B-Vitamine vollzählig. Sie vitalisieren, stärken das Nervensystem und beteiligen sich an der Umwandlung und Verwertung der Proteine, Fette und Kohlenhydrate.
Weizenkeim enthält mit 27 mg auf 100 g auch den grössten bekannten Anteil an Vitamin E, übertroffen zwar vom Weizenkeimöl (200 mg auf 100 g Öl) und einigen anderen Ölen, die, nur aus Fetten bestehend, natürlich eine weit höhere Konzentration fettlöslicher Vitamine vereinen. Weitere gute Vitamin-E-Quellen sind Haselnüsse, Paranüsse, Eier und Blattgemüse.
Eine Eigenschaft von Vitamin E ist die Verminderung des Sauerstoffbedarfs. So schützt es empfindliche Substanzen wie die Vitamine A und F sowie verschiedene Hormone vor einer frühzeitigen Zerstörung durch Kontakt mit Sauerstoff. Vitamin E verhilft auch ungenügend mit Sauerstoff versorgten, verbrannten, verkalkten oder verletzten Geweben zu schnellerer Regeneration und Heilung.
Vitamin E ist ausserdem wichtig für alles, was mit Fortpflanzung in Verbindung steht: für das gute Funktionieren der Eierstöcke, für die Fruchtbarkeit von Mann und Frau, für die Entwicklung des Fötus und für die Geburt.
Bei einem Vitamin-E-Mangel verliert das Blut seine Flüssigkeit schneller, was das Risiko einer Thrombose erhöht. Die Muskeln werden ebenfalls geschwächt, da sich die Zellen nur schlecht erneuern. Die Folgen sind Haltungsprobleme, Hernien (Brüche), Schielen und Herzschwäche.
Zeiten im Leben, da der Bedarf an Vitamin E erhöht ist, sind die Kindheit, die Schwangerschaft und das Klimakterium. Bei älteren Leuten verlangsamt Vitamin E die Verkalkung der Gewebe und damit den Alterungsprozess.
Die Mineralstoffe sind zahlreich und in Rekordmengen vorhanden: 400 mg Magnesium auf 100 g Keime, 1100 mg Phosphor auf 100 g, 780 mg Kalium auf 100 g, 8 mg Eisen auf 100 g und 1.3 mg Kupfer auf 100 g.
70 % des Magnesiums ist an Knochenkalzium und -phosphor gebunden. Es ist somit am Aufbau der soliden Knochenstruktur beteiligt. Daneben ist es notwendig dafür, dass sich die Muskelkontraktionen richtig vollziehen, was unter anderem für die Herzmuskeltätigkeit zentral ist. Das Nervensystem benötigt ebenfalls viel Magnesium. Ein Magnesiummangel macht nervös und reizbar.
Der Phosphor ist wie das Magnesium eine Nahrung für das Knochensystem und die Nerven.
Das Kalium erlaubt eine Regulierung des Zellaustausches und der Übertragung von Nervenbotschaften. Ein Mangel an Kalium führt zu Wasseransammlungen in den Geweben (Ödemen), Nervenstörungen und Muskelkrämpfen.
Das Eisen ist am Transport des Sauerstoffs durch die roten Blutkörperchen sowie an der Sauerstoffverwertung durch die Zellen (Zellatmung) beteiligt. Bei Eisenmangel sinkt der Energiespiegel beträchtlich ab.
Kupfer wird für das Zellwachstum benötigt, darunter für das Hämoglobin, das für den Sauerstofftransport verantwortlich ist. Es hat ebenfalls eine entzündungshemmende Wirkung.
Nebst diesen Mineralstoffen enthält der Weizenkeim Kalzium (90 mg auf 100 g), Zink (2 mg auf 100 g) und Schwefel (320 mg auf 100 g). Letzterer ist nötig für die Leber, die Haut, die Knorpel und die Schleimhäute.