Die heilenden und belebenden Kräfte der Blütenpollen wurden von Bienenzüchtern entdeckt. Sie beobachteten, dass Bienenvölker mit ausgiebigen Reserven an Blütenpollen kräftiger und resistenter waren. Neugierig, ob sich beim Menschen die gleiche günstige Wirkung einstellen würde, versuchten die Züchter die Blütenpollen - mit Erfolg. So gehören sie denn seit Jahrhunderten zur Volksmedizin.
Die Pollen sind der männliche Same der Blüte. Nährstoffreich, enthalten sie alles zur Bildung und zum Wachstum einer Pflanze. Als feines, farbiges Pulver bedecken sie im Blütenkelch die Staubgefässe. Die Befruchtung geschieht über den Wind oder die Biene. Es gibt zahlreiche Sorten von Blütenpollen (eine für jede Blumenart) - und jede unterscheidet sich von den andern durch Form und Farbe der Samenkörner. Diese sind sehr klein; sie messen nur etwa 20 bis 40 Mikron im Durchschnitt (ein Mikron entspricht einem millionstel Millimeter).
Die Bienen, vor allem bekannt für das Nektarsammeln und die Honigproduktion, sind noch fleissigere Sammlerinnen von Blütenpollen. Jeder Bienenstock wirft jährlich eine Ernte von 30 - 40 kg ab, verglichen mit 18 - 21 kg Nektar, was 6 - 7 kg Honig ergibt.
Blütenpollen sind Hauptnahrung der Bienen, nicht etwa Honig, wie allgemein angenommen wird. Die Pollen, mit Wasser und Honig zu einem Brei vermischt, ernähren die Arbeitsbienen ihr ganzes Leben lang, ausgenommen die ersten zwei, drei Tage, während deren Gelee Royale ihre Nahrung darstellt.
Die Bienen sind zum Pollensammeln gut ausgerüstet. Das dritte, hintere Beinpaar hat an jedem Bein drei nützliche Werkzeuge: "Fersenbürste", "Stössel" und "Körbchen". Auf der "Fersenbürste" aus etwa zehn horizontalen Reihen steifer Haare bleiben die Pollenkörner hängen. Mit dem "Stössel" "glättet" die Biene die Bürstenhaare, das heisst stösst die verteilten Samenkörner zusammen und ins "Körbchen". Diese ist eine Art Behälter am äusseren Teil des Schienbeins: Hier werden mit Hilfe von Speichelabsonderungen und etwas Nektar die Samenkörner zu kleinen "Knäueln" zusammengedrängt - im Durchschnitt 2 - 3 mm gross und 7 - 8 mg schwer. Ein Knäuel enthält ungefähr 1 Million Blütensamen und ist als gelbliche Kugel an den Hinterbeinen der Bienen sichtbar.
Im Bienenstock werden die Pollen entweder gleich für den Nahrungsbrei verwendet oder als Wintervorrat eingelagert. Zuständig für die Aufbewahrung sind die "Vorratsbienen". Sie pressen mit dem Kopf etwa zwanzig "Knäuel" in eine Wabe.
Die Blütenpollen für das Nahrungsergänzungsmittel werden den Bienen vom Imker am Eingang zum Bienenstock mit einer "Pollenfalle" abgenommen. Die Falle wird alle ein, zwei Tage geleert und der Inhalt zur Konservierung getrocknet. Da die Pollen für die Ernährung der Bienen und damit für ihr Überleben unentbehrlich sind, darf die Ernte 5 - 10% des Gesamtbetrags eines Bienenstocks nicht übersteigen.