Äpfel
Bereits den Menschen im antiken Rom waren über 20 verschiedene Apfelsorten bekannt, heute kennt man durch Kreuzungen und Neuzüchtungen sogar über 1000 Sorten. Der Apfelbaum gehört zu den Rosengewächsen und seine Früchte haben ihren Platz in der Geschichte und Mythologie, man denke nur an Evas Sündenfall. Sündenfall hin oder her, der Apfel gilt in unseren Breitengraden als sehr gesunde Frucht. Ein altes englisches Sprichwort sagt auch: "An apple a day keeps the doctor away." Der relativ grosse Anteil an natürlichem Fruchtzucker ist ein idealer Energiespender. Die Vitamine unterstützen die Widerstandsfähigkeit des Körpers, das in den Mineralstoffen enthaltene Calcium stärkt Knochen und Zähne, die Phosphorsäure die Nerven, Eisenoxyd fördert die Blutbildung, Magnesium entkrampft die Muskeln und Kalium dient der Entschlackung des Körpers. Pektine sind schwer verdauliche Stoffe, welche Kleinlebewesen (Mikroben, Bakterien, Viren) einkapseln und zur Ausscheidung bringen können und die Gerbstoffe wirken entzündungshemmend und beruhigen die Schleimhäute. Die Nahrungsfasern als Gerüstsubstanz des Obstes sind nicht verdaulich, regen aber die Verdauungsorgane an.
In der Haus- und Naturmedizin wird der Apfel besonders bei Verdauungsstörungen empfohlen. Werden Äpfel auf einer gewöhnlichen Raffel gerieben, ist ihre Wirkung dank grober Aufschliessung der Zellfasern eher abführend, reibt man sie hingegen auf einer feinen Glasraffel, werden die Zellfasern feiner aufgeschlossen, was eine eher stopfende Wirkung zur Folge hat.
Birnen
Zusammen mit den Äpfeln zählen die Birnen zu den wichtigsten einheimischen Obstsorten, obschon sie abstammungsgemäss zu den Exoten gehören. Man nimmt an, dass der sogenannte wilde Birnbaum ursprünglich aus China kam. Schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts waren etwa 260 verschiedene Sorten bekannt, heute sind es weltweit über 5000. In unseren Breitengraden werden rund zwei Dutzend Sorten kultiviert und als Frischobst, Trockenobst, Dicksaft und Most verwendet. Da Birnen pflückreif verkauft werden, sollten sie zu Hause nachreifen können, damit sie ihr volles Aroma erlangen. Birnen besitzen einen höheren Mineralstoffgehalt, jedoch einen geringeren Vitamingehalt als Äpfel.
Trauben
Der Rebstock existierte lange bevor Menschen die Erde bevölkerten: Von 50 Millionen Jahre sprechen die Fachleute, während die Menschheitsgeschichte erst auf 1 Million Jahre zurückblicken kann. In allen Gebieten, wo man Weintrauben kultiviert, haben sie grosse wirtschaftliche Bedeutung: Etwa 5 % aller Trauben werden zu Traubensaft verarbeitet, aus weiteren 5 % werden Rosinen und getrocknete Weintrauen gemacht, ungefähr 10 % werden frisch genossen und aus dem Löwenanteil von 80 % werden Wein oder Spirituosen (Brandy, Cognac etc.) gewonnen. Auch den Trauben wird von alters her grosse gesundheitliche Wirkung zugeschrieben. Sie enthalten über 80 % Wasser, sind also gute Durstlöscher. Frische Trauben, verzehrt mit Schale und Kernen, wirken verdauungsfördernd, sie werden aber auch bei Blutarmut und Kreislaufstörungen empfohlen.
Quitten
Der heute in ganz Europa eingebürgerte Quittenbaum stammt aus Asien, er war bereits den Römern und Griechen bekannt und galt als Fruchtbarkeitssymbol. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Apfel- und Birnenquitten. Quitten sind roh nicht geniessbar und werden erst nach dem ersten Frost geerntet. Quitten sind reich an Pektin, liefern aber auch Vitamine der B-Gruppe, Vitamin C und A, sowie die Mineralstoffe Phosphor, Calcium, Magnesium und Kalium.