Zecken sind lästig und doch müssen wir uns für sie interessieren, denn sie können uns gefährlich werden. Es gibt weltweit über tausend verschiedene Zeckenarten, uns braucht bloss eine zu beschäftigen: Der "Gemeine Holzbock".
Bei der Geburt sind die Zeckenlarven von blossem Auge kaum zu erkennen, da sie eine Grösse von weniger als einem halben Millimeter haben. In diesem Stadium befallen sie Mäuse und Igel und nähren sich von deren Blut. Nach dieser ersten Blutmahlzeit verlässt die Larve ihren Wirt und häutet sich zur Nymphe. Nun braucht sie eine weitere blutige Mahlzeit um eine geschlechtsreife Zecke zu werden. Die weiblichen Zecken saugen sodann auch im Erwachsenenstadium erneut Blut, um ihre bis zu dreitausend Eier zu legen. Dabei saugen sie ganz massiv viel Blut: Eine vollgesogene weibliche Zecke wiegt fast 200-mal so viel, wie eine mit leerem Bauch. Bis zu zehn Tagen kann eine Zecke saugen, bis sie freiwillig von ihrem Opfer ablässt.
Mit dem Mundwerkzeug gräbt sie einen Pool in die Haut, der sich mit Blut füllt. In die Wunde werden mit dem Speichel gerinnungshemmende und betäubende Substanzen abgegeben, damit der Wirt sie nicht bemerkt. Im Speichel befinden sich die für den Menschen gefährlichen Krankheitserreger für die Frühsommer-Meningoenzephalitis FSME, die Zeckenhirnhautentzündung oder die Lyme-Borreliose.
Die Zeckenimpfung schützt vor der gefährlichen Frühsommer-Hirnhautentzündung, jedoch nicht vor Lyme-Borreliose. Dagegen biete sie keinen Schutz. Wer in Wald, Unterholz, Büsche oder ins hohe Gras geht, muss sich entsprechend schützen, je weniger nackte Haut umso besser. Zeckensprays mit natürlichen Substanzen können für einige Stunden Schutz bieten. Nach jedem Waldspaziergang sollt man sich gründlich nach Zecken absuchen.
Wie entfernt man eine Zecke? Man setzt eine Pinzette möglichst nah am Kopf der Zecke an und zieht sie gerade heraus, desinfiziert die betroffene Stelle sowie die Hände. Notieren sie sich, wann sie die Zecke entfernt haben und wie die Wunde sich entwickelt. Ob Rötungen auftreten, ob sich ein Ring bildet oder ob die Stelle anschwillt. Dies sind für den Arzt wichtige Anhaltspunkte.
Das Risiko ist zum Glück nicht sehr hoch. Auf 10'000 Zeckenstiche gibt es einen Fall von FSME, Lyme-Borreliose ist hingegen weitaus häufiger.