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Placebos

Placebos


Placebos können eine erstaunliche Wirkung haben


Es gibt Pillen, Tropfen und Spritzen, welche überhaupt keine Wirkstoffe enthalten und trotzdem haben Placebos, sogenannte Scheinmedikamente, häufig eine heilende Wirkung.

Der Begriff "Placebo" stammt aus dem Lateinischen und heisst übersetzt: "Ich werde gefallen". Placebos sind Medikamente, die anstelle von Wirkstoffen nur Füllstoffe wie Milchzucker und Stärke, bei Injektionen Kochsalzlösung enthalten. Prinzipiell können Placebos bei jeder Erkrankung wirken.

Während der Einsatz von Placebos in der medizinischen Forschung seit Langem etabliert und reglementiert ist, gibt es nur begrenzte Kenntnisse über ihren Einsatz in der ärztlichen Praxis.

So kontrovers die Frage nach dem richtigen Umgang mit Placebos in der Medizin auch diskutiert wird, nicht von der Hand zu weisen ist jedoch die Tatsache, dass Placebos wirken. Doch warum ist das so? Als Patient erwartet man, dass es einem nach Einnahme einer Tablette besser geht. Schliesslich hat man diese Erfahrung oft genug gemacht und glaubt daran, dass das Medikament wirkt. Diese positive Einstellung kurbelt die Selbstheilungskräfte an. Glaube und Hoffnung können Hormone und Nervenzellen anregen und so messbare Veränderungen bewirken. Die Psyche aktiviert die Biochemie. Das Gehirn befiehlt dem Körper, Hormone auszuschütten, bei Kopfschmerzen zum Beispiel sind das Endorphine.

Der amerikanische Arzt Henry Beecher war der erste Mediziner, der den Placebo-Effekt quantifizieren konnte. Im Zweiten Weltkrieg war Beecher Anästhesist hinter der Front. Die medizinische Versorgung wurde immer schwieriger. Durch die vielen Verletzten ging den Ärzten irgendwann das Morphium aus. In seiner Verzweiflung spritzte er den Verletzten eine Kochsalzlösung. Zu seinem Erstaunen stellte Beecher fest, dass auch die wirkungslose Flüssigkeit bei vielen Verwundeten die Schmerzen linderte. Beecher war beeindruckt und beschäftigte sich weiter mit diesem Phänomen. Mitte der 50er Jahre veröffentlichte er einen Artikel; diese Studie beschäftigte sich mit der Auswertung der Wirksamkeit eines Placebos bei unterschiedlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Husten. Rund ein Drittel der Menschen, so Beechers Erkenntnis, reagieren auf Placebos. Zum ersten Mal ist damit der Placebo-Effekt quantifiziert.

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