Die Brennnessel hat als Heilkraut eine jahrhundertealte Tradition. Zu Recht, denn die Pflanze aus der Familie der Nesselgewächse verfügt über bemerkenswerte Eigenschaften.
Gartenbesitzer, die Brennnesseln als Unkraut verunglimpfen und sie mit roher Hand ausreissen, verkennen die Bedeutung der Pflanze. Abgesehen davon, dass das Gewächs für viele Schmetterlingsraupen eine wichtige Weide ist, verfügen die Blätter mit ihren feinen Brennhärchen über wertvolle Inhaltsstoffe, wie die seltene Kaffeoylapfelsäure, ungesättigte Fettsäuren, Kieselsäure und Mineralsalze wie Kalium und Kalzium. Diese Wirkstoffe haben nachweislich eine entwässernde und entzündungshemmende Wirkung, die ganz besonders bei Nieren- und Blasenentzündungen angezeigt ist.
In frühen Zeiten pflegten Hausfrauen im Frühjahr junge, zarte Brennnesselblätter als Gemüse auf den Tisch zu bringen oder fein gehackt über Suppen zu streuen, zur Blutreinigung. In getrockneter Form gelten Brennnesselspitzen übrigens heute in der feinen Küche als apartes Gewürz.
So wird entwässert
Brennnesselblätter sind in vielen Teemischungen ein wichtiger Bestandteil. Werden sie für die Teezubereitung pur verwendet, dienen sie einer eigentlichen Entwässerungstherapie: Es kommt nicht von ungefähr, dass in alten Kräuterbüchern die entgiftende und den Stoffwechsel anregende Wirkung der Brennnessel gelobt wird. Bei Blasenentzündung und Nierenleiden werden für den Tee 1 – 2 Teelöffel Blätter mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen. 10 Minuten ziehen lassen, dann abseihen und über den Tag verteilt drei Tassen trinken. Die Durchspülungswirkung kann unterstützt und gesteigert werden, wenn zu jeder Tasse Tee ein Glas Wasser getrunken wird.
Auch die Wurzel hat es in sich
Brennnesseltee wirkt überdies auf leichte Art entsäuernd, was nach Ansicht von heutigen Kräuterkundigen insbesondere auch für den männlichen Stoffwechsel vorteilehaft sein soll. Vergleichsweise neu ist die Erforschung der Wirkstoffe der Brennnesselwurzel. Wissenschaftlich anerkannt ist deren Heilwirkung bei Prostatabeschwerden. Die Inhaltsstoffe der Wurzel tragen zu einer Verbesserung des Harnflusses bei, was wiederum der Reduktion der Restharnmenge in der Harnblase dient.
Die Theorie, dass Brennnesselwurzelextrakte bei einem Prostatakarzinom das Zellwachstum zu hemmen vermögen, darf man wohl nicht einfach unkritisch übernehmen. Es gibt ja genügend andere, gute Gründe, sich der Wirkstoffe zu bedienen.