Wie stellt der Arzt die Diagnose?
Für den Arzt sind Ihre Beschwerden und die Krankengeschichte wegweisend. Um die Diagnose zu sichern, werden folgende Untersuchungen vorgenommen:
- Bei einem Atemtest (Wasserstoff-Ausatmungs-Test oder H2-Atemtest) wird die Atemluft nach der Einnahme von in Wasser gelöstem Milchzucker untersucht.
- Seltener wird ein Laktose-Toleranz-Test durchgeführt. Dabei muss man morgens nüchtern Laktose gelöst in Wasser trinken. Durch eine Blut-zuckermessung vor und nach dem Trinken lässt sich die Diagnose stel-len. In Schleimhautproben wird der Laktase-Gehalt gemessen. Die Probe wird mit Hilfe einer endoskopischen Untersuchung aus dem Dünndarm entnommen.
Wie sieht die Behandlung der Laktose-Intoleranz aus?
Die Laktose-Intoleranz ist nicht heilbar, aber es gibt folgende Therapiemög-lichkeiten:
- Halten Sie eine laktosearme oder -freie Kost ein. Die Empfindlichkeit gegenüber Milchzucker ist bei jedem Betroffenen anders. Einige können durchaus Milch im Kaffee vertragen, andere bekommen bereits bei den geringsten Mengen von Milchzucker Durchfall. Eine Milchmenge bis 240 Millilitern pro Tag ist aber in vielen Fällen gut verträglich.
- Bei einem leichten Laktase-Mangel können Sie laktosearme Milch ver-wenden oder das fehlende Enzym als Medikament zuführen.
In welchen Lebensmitteln kommt Laktose vor?
- Milch, Butter, Margarine, aus saurer Milch hergestellte Produkte, Käse usw.
- Joghurt und Quark enthalten nur wenig Milchzucker und sind deshalb meist verträglich. Nicht pasteurisierter Joghurt enthält ausreichend bakterielle Laktase.
- Milchpulver
- Gebackenes: Lesen Sie die Inhaltsangabe auf dem Etikett oder fragen Sie den Bäcker.
- Schokolade
- Viele Medikamente enthalten Laktose, beispielsweise homöopathische Kügelchen.
Was können Sie selbst tun?
- Machen Sie den Selbsttest: Verzichten Sie einige Tage auf Milch und milchhaltige Produkte wie Joghurt, Käse, Dickmilch. Trinken Sie danach ein Glas Milch. Bekommen Sie unmittelbar danach Bauchschmerzen oder Durchfall, liegt eventuell eine Milchzuckerunverträglichkeit vor.
- Seien Sie zurückhaltend bei milchhaltigen Nahrungsmitteln, wenn Sie Durchfall haben oder hatten.
Prognose und Komplikationen
Die Laktose-Intoleranz ist eine gutartige Erkrankung. Ein Verstoß gegen die Diät ist nicht unbedingt schädlich. Sie sollten sich lediglich über die Beschwerden im Klaren sein, die bei Diätfehlern auftreten können. Ungefähr 70 Prozent der Patienten, die einen angeborenen Laktase-Mangel haben, sind mit einer milchzuckerarmen Diät beschwerdefrei. Bei den restlichen 30 Prozent kann ein Reizdarm-Syndrom zugrunde liegen. Sehr selten besteht ein schwerer Laktosemangel, bei dem das Enzym in der Schleimhaut praktisch nicht vorhanden ist. Als Folge treten schon im Säuglingsalter lebensbedrohliche, massive Durchfälle mit einer Störung des Säure-Basen-Haushaltes auf.
Beim Verzicht auf Milchprodukte wird der Körper oft nicht ausreichend mit Kalzium versorgt. Es besteht die Gefahr einer Osteoporose. Manchmal macht das die Einnahme von Kalzium in Form von Kalziumpräparaten notwendig. Kalziumreich sind auch grünes Blattgemüse, Kokosflocken oder Sesam.