Was ist Laktose-Intoleranz?
Milchzucker (Laktose) kommt in Kuhmilch vor. Damit dieser Zucker im Dünndarm aufgenommen werden kann, muss er in zwei Teile gespalten werden: Glukose und Galaktose.
Normalerweise ist das Enzym Laktase für diese Spaltung zuständig, das sich in der Dünndarmschleimhaut befindet. Menschen mit einer Laktose-Intoleranz können Milchzucker (Laktose) nicht mehr in seine Einzelbestandteile zerlegen; die Fähigkeit zur Spaltung des Zuckers ist verringert.
Der Grund ist ein Mangel am Enzym Laktase. Der Milchzucker bleibt im Darm, bindet Wasser und es kommt zu Durchfall. Zusätzlich vergären Darmbakterien den ungespaltenen Zucker, wodurch Darmgase (Blähungen) entstehen.
Die Mehrzahl der Weltbevölkerung kann Milchzucker nach dem Säuglingsalter nicht mehr vollständig verwerten. In asiatischen Ländern beispielsweise fehlt den meisten Menschen das Enzym zur Spaltung des Milchzuckers.
Daher findet man in diesen Regionen auch keine Milch- oder Käseprodukte auf dem Speiseplan. In Mitteleuropa leiden etwa 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung an einer Laktose-Intoleranz. Nicht zu verwechseln ist die Milchzuckerunverträglichkeit mit einer Allergie gegen Milchprodukte.
Was sind die Ursachen?
Die Laktose-Intoleranz entsteht durch einen Mangel des Enzyms Laktase in der Dünndarmschleimhaut. Es gibt verschiedene Formen des Laktase-Mangels:
- Der angeborene (primäre) Laktase-Mangel ist die häufigste Form. Meist kommt die Erkrankung im Erwachsenenalter zum Ausbruch, sehr selten sind Kinder betroffen.
- Der erworbene (sekundäre) Laktase-Mangel entsteht als Folge von anderen Erkrankungen des Magen-Darmtraktes. Dazu zählen Erkrankungen des Dünndarmes, große Magen- oder Dünndarmoperationen und Infek-tionen des Magen-Darmtraktes. Nach den Infektionen tritt bei vielen Menschen eine vorübergehende Laktose-Intoleranz auf.
Welche Symptome treten auf?
Folgende Beschwerden treten charakteristischerweise nach dem Milchgenuss auf:
- Knurren und Unruhe im Magen, Blähungen
- Chronischer Durchfall
- Bauchkoliken
Die Betroffenen sind beschwerdefrei, wenn sie keinen Milchzucker zu sich nehmen.