Folsäure ist ein lebenswichtiges Vitamin und in der Schwangerschaft von besonderer Bedeutung. Frauen mit Kinderwunsch sollten frühzeitig daran denken.
Das B-Vitamin Folsäure ermöglicht die Zellteilung und die Blutbildung. Ein Erwachsener braucht täglich 400 Mikrogramm Folsäure, eine Schwangere das Doppelte. Dieser Bedarf kann auch bei einer ausgewogenen Ernährung nur schwer gedeckt werden. Der Schweizerische Ernährungsbericht von 1998 kommt zum Schluss, dass Folsäure das einzige Vitamin ist, mit dem die Bevölkerung deutlich unterversorgt ist.
Vor der Schwangerschaft
In der Frühschwangerschaft hat Folsäure grösste Bedeutung. Sie hilft der Eizelle, sich in der Gebärmutter fest einzunisten. Zwischen dem 23. und 28. Schwangerschaftstag, wenn die Frau oft noch nicht weiss, dass sie schwanger ist, schliesst sich beim Embryo das so genannte Neuralrohr.
Dazu wird Folsäure benötigt. Ein Mangel kann dazu führen, dass sich das Neuralrohr nicht schliesst. Dann besteht die Gefahr, dass das Baby mit einer offenen Wirbelsäule (spina bifida) geboren wird. Frauen, die sich ein Kind wünschen und aufhören zu verhüten, sollten daher vorsorgend ein Folsäurepräparat einnehmen. Ebenso alle Frauen und Mädchen, die keine sichere Verhütungsmethode anwenden. In Grossbritannien und den USA raten die Gesundheitsbehörden allen Frauen im gebärfähigen Alter zu einem Folsäurepräparat.
Die Einnahme schon vor der Schwangerschaft ist umso wichtiger, da es vier Wochen dauern kann, bis der Folsäuremangel ausgeglichen ist. Eine ausgewogene Ernährung hilft, Ihren Folsäurebedarf zu decken. Enthalten ist Folsäure vor allem in Bierhefe, Vollkornprodukten, Rinderleber. Gemüse gehört zu den grössten Folsäurelieferanten. Doch achten Sie auf eine schonende Garung, denn sonst kann der Folsäuregehalt auf ein Achtel schrumpfen. Rohkost ist besonders vitaminreich.