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Gehirn und Ernährung

Gehirn und Ernährung


Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Gehirnleistung - Teil 2


Das Gehirn verträgt Schübe und grosse Schwankungen schlecht, z. B. Unterzuckerung, ein Absinken des Blutzuckerspiegels infolge fehlender Aufnahme von langsamen Zuckern, oder reaktionelle Hypoglykämie, bei der durch den übermässigen Verzehr von Süsswaren oder Limonaden die Blutzuckerkonzentration plötzlich erhöht und die Insulinproduktion angekurbelt wird. Der Zucker wird dann zur Leber und zu den Muskeln transportiert und befindet sich nicht mehr in ausreichender Menge im Blut. Der "Heisshunger um 11 Uhr" ist ein typisches Beispiel für das Fehlen oder die schlechte Zusammensetzung des Frühstücks. Um dem abzuhelfen ist es ratsam, Nahrungsmittel zu verzehren, die reich an Ballaststoffen (Brot, Reis, Nudeln, Vollkorngetreide) und an Eiweiss (Nüsse, Erdnüsse, Eier, Hülsenfrüchte, Fleisch, Geflügel, Fisch) sind. Sie verzögern und regulieren die Absorption der während der Mahlzeit aufgenommenen Zucker.

Zucker reguliert auch unseren seelischen Zustand. Durch den Verzehr zuckerhaltiger Nahrungsmittel wird die Serotoninproduktion angeregt. Dieser Neurotransmitter hat einen positiven Einfluss auf unseren Gemütszustand, unseren Schlaf und unseren Appetit.


Aminosäuren


Aminosäuren, die beim Eiweißabbau (Fleisch, Eier, Fisch, Milchprodukte usw.) entstehen, spielen eine wichtige Rolle bei der Synthese von Neurotransmittern und bei der Informationsübertragung im Gehirn. Aminosäuremangel erhöht das Ermüdungsrisiko und kann einen depressiven Zustand auslösen.

Unsere Nahrung enthält verschiedene essentielle Aminosäuren, die unterschiedliche Rollen spielen.


Fettsäuren


Das Gehirn und die Nervengewebe enthalten nach dem Fettgewebe die höchte Konzentration an Fettsäuren. Daher hängt die Qualität der Nervengewebe, d. h. die Freisetzung bestimmter Neurotransmitter wie Serotonin und Dopamin, von der Zufuhr langkettiger Fettsäuren (Omega-3 und Omega-6) über die Nahrung ab.

Omega-6-Fettsäuren sind in der alltäglichen europäischen Ernährung in ausreichender Menge vorhanden. Daher müssen wir uns auf die Omega-3-Fettsäuren konzentrieren und ihre Zufuhr anpassen.

Durch den regelmäßigen Verzehr Omega-3-haltiger Nahrungsmittel (fetter Fisch, Nüsse, Portulak, Leinsamen und –öl, Rapsöl) wird das Auftreten mentaler Krankheiten, z. B. Depressionen, verringert und eine harmonische Gehirnentwicklung begünstigt. Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben ausserdem gezeigt, dass sich eine Nahrungsergänzung mit Fischöl bei depressiven Patienten vorteilhaft auswirkt. Die Studie von Professor Peet und seinen Mitarbeitern hat gezeigt, dass die Aufnahme einer an Omega-3-reichen Nahrungsergänzung die Symptome der Depression signifikant reduziert. Das Auftreten von Traurigkeit, Energiemangel, Angstzuständen, Schlaflosigkeit, verminderter Libido oder Selbstmordtendenzen ging stark zurück. Eine Nahrungsergänzung mit Omega-3 wirkt sich nicht nur auf depressive Menschen vorteilhaft aus, sondern wird auch allen empfohlen, die über die Nahrung nicht ausreichend Omega-3 aufnehmen: Frauen, die aufgrund von Veränderungen im Hormonzyklus Stimmungsschwankungen ausgesetzt sind, Patienten, die an Arthritis leiden, hyperaktive Kinder und zahlreiche andere Fälle. Die 2005 in der Zeitschrift „Pediatrics“ veröffentlichte Studie der Professoren Richardson und Montgomery zeigt das Interesse einer Nahrungsergänzung mit Omega-3 bei Kindern mit Koordinationsstörungen. 117 Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren wurden drei Monate lang beobachtet. Es konnte eine signifikante Verbesserung beim Lernen, Lesen, bei der Rechtschreibung und im Verhalten festgestellt werden.

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