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Allergien

Allergien


Oft liegt der Allergieursprung im Stoffwechsel


Von jeher kennt der Mensch hausgemachte Gesundheitsprobleme. Heute, in einer sich rasend schnell verändernden Zeit, hat auch der Körper kaum mehr die nötige Ruhe, sich auf Veränderungen einzustellen. Verschiedene Körpersysteme zeigen dies mit deutlichen Überreaktionen ihrer Abwehrkräfte. Ihr Ursprung liegt meist in einer Störung des Stoffwechsels.

Der Stoffwechsel hat Einfluss auf unsere Gesundheit und unseren Lebensstil. Umgekehrt lässt sich aber auch sagen, dass unser Lebensstil den Stoffwechsel beeinflussen kann. Der Stoffwechsel ist, vereinfacht ausgedrückt, die Gesamtheit der biochemischen Reaktionen in unserem Körper. Diese erlauben es uns, Nahrungsmittel zu verwerten, zu wachsen und die lebenswichtigen Funktionen aufrecht zu erhalten. Jedes Nahrungsmittel oder Gericht, das wir essen, hat Auswirkungen auf den Stoffwechsel. Es wird zwischen dem Energiestoffwechsel, welcher für die Aufrechterhaltung der Lebenssysteme, und dem Baustoffwechsel, der für die Bereitstellung von Baustoffen für die Zellen verantwortlich ist, unterschieden.


Das "intelligente" Zusammenspiel


Der menschliche Körper ist mit einer ganzen Reihe von aufeinander abgestimmt arbeitenden Systemen ausgestattet: Verdauung, Entgiftungssystem, Säure-Basen-Haushalt, Bindezwischengewebe. Zusammen sind sie für den gesamten Stoffwechsel verantwortlich. Für ein ausgeglichenes Zusammenspiel aller Funktionen sorgen als "Supervisoren" das Immun-, das Hormon- und das Nervensystem. Leistungsfähig und fit fühlen wir uns dann, wenn alle Systeme reibungslos funktionieren. Eindringlinge werden durch das Immunsystem erkannt. Es kommt zu einer Abwehrreaktion und der Körper wird zur Selbsttheilung angeregt. Durch an und für sich harmlose Substanzen kann jedoch der Körper irregeleitet werden - es entsteht eine Allergie. Veranlagung und psychische Verfassung der betroffenen Personen spielen dabei eine ganz wichtige Rolle.


Entgiftungssystem ist oft überfordert


Die Leber und mit ihr die Galle scheiden durch Nahrung, Atemluft und Wasser aufgenommene Schadstoffe aus. Die Niere entgiftet die körpereigenen Schlackenstoffe und die Säuren. Die Lymphe ist das Transportsystem für Schutz- und Schlackenstoffe. Die Haut hilft ebenfalls mit bei der Entgiftung. Bleibt noch die Lunge: Sie befreit den Körper von leicht flüchtigen Säuren und gasförmigen Stoffen. Und zu tun gibt's in Hülle und Fülle. Die Nahrung ist übersättigt mit Lebensmittelzusätzen. Durch die Pflanzen gelangen Schwermetalle und Rückstände von Schädling- und Antipilzmitteln in den Körper. Die Luft ist durch Abgase belastet.

Blütenpollen sind mit Russ-, Teer- und Pestizidteilen beladen. Ein Grossteil an Flüssigkeit wird in Form von gesüssten Limonaden, die oft unerwünschte Lebensmittelzusätze enthalten, eingenommen. "Normales" Wasser ist meist chloriert oder durch Dünger mit Nitraten angereichert und ... und...und...! Diese Übermacht an Fremdsubstanzen macht dem Körper zu schaffen. Ja selbst der Abbau natürlicher Aromastoffe wird oftmals schon zum Problem. Die Folge sind Allergien. Ist der Körper nicht mehr fähig, die nicht mehr verwertbaren Stoffwechselrückstände auszuscheiden, beginnen sich Säurerückstände im Gewebe abzulagern. Arbeitet der Darm nicht genügend, und versagt damit der Schutzmechanismus der Darmschleimhaut, können zusätzliche Giftstoffe ins Blut gelangen, was ebenfalls zu Allergien führen kann.


Kampf gegen falschen Feind


Wenn das Immunsystem auf einen Eindringling reagiert, so ist die Funktion grundsätzlich richtig. Bei allergischen Personen aber kämpft das Immunsystem gegen den falschen Feind: Nicht nur Viren, Bakterien und Parasiten werden attackiert, auch so harmlose Substanzen wie Tierhaare oder Pflanzensamen. Der Fremdkörper im Blut reizt die so genannten B-Zellen. Diese produzieren darauf eine grosse Menge Antikörper (Immunglobulin = IgE). Dieser spezielle körpereigene Eiweissstoff strömt an die Mastzellen, die an den Blutgefässen und unter der Haut sitzen. Dockt das IgE an die Mastzellen an, explodiert diese und verspritzt ihre tödlichen Zellgifte, zu denen unter anderem Histamin und Leukotrine zählen. Diese Gifte überschwemmen das umliegende Gewebe und lösen dort die bekannten allergischen Symptome aus - Quaddeln, Schwellungen, Entzündungen, verengte Bronchien, übermässige Sekretionen, Reizhusten, allergischer Durchfall, Atembeschwerden.


Klare Definition - unklare Ursache


Der Mechanismus von Allergien ist grundsätzlich geklärt. Umstritten dagegen sind die eigentlichen Ursachen - ob genetisch, psychisch oder umweltbedingt. Warum überhaupt reagiert ein Allergiker "allergisch"? Die Veranlagung zu Allergien kann vererbt werden, wie eine Untersuchung in Schweden gezeigt hat. Ungefähr 18 Prozent der Bevölkerung hatten eine Allergieanlage, wovon rund die Hälfte auch allergische Symptome zeigten. Damit allerdings Allergieveranlagungen zum Ausbruch kommen, müssen verschiedene Faktoren aus der Umwelt hinzukommen.

Als gesichert gilt auch, dass psychische Ursachen bestimmte allergische Erkrankungen wesentlich beeinflussen können. Nicht belegen lässt sich aber die Frage nach Ursache und Wirkung. Das Erleben bedrohlicher Atemzustände eines Asthma-Allergikers und die damit verbundene Angst vor dem nächsten Anfall können sicherlich einen Einfluss auf die Persönlichkeit des Patienten haben. Ungeklärt ist allerdings bis heute, ob der Asthmatiker seine Persönlichkeitsstruktur schon mit auf die Welt bringt, oder ob sie durch das Erleben seiner Krankheit geprägt wird. Neben dem Asthma bronchiale sind es vor allem allergische Hautkrankheiten wie Neurodermitis und die Nesselsucht, die am deutlichsten eine psychische Beeinflussung aufweisen. Das Meiden des Allergens befreit zwar den Allergiker von seinen Symptomen. Dadurch ist allerdings noch keine Heilung im eigentlichen Sinn erreicht. Häufig allerdings verliert sich die Allergie nach langer Karenz des Allergens. Ganz wichtig ist es den Körper mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen zu stärken und ihn gleichzeitig von den im Gewebe eingelagerten Allergenen und Schadstoffen zu befreien. Zudem sollte sich der Allergiker auch mit anderen allergiefördernden Faktoren auseinandersetzen, soweit sie überhaupt "behandelbar" sind. Für viele kann es von Bedeutung sein, richtig mit Stress umzugehen. Denn viele Allergiker reagieren nicht nur allergisch auf einen bestimmten Stoff, sondern sind zudem äusserst sensibel auf jegliche Probleme.


Essentielle Fettsäuren


Die essentiellen Fettsäuren sind mehrfach ungesättigt Fettsäuren, die vom Organismus nicht selbst hergestellt werden können und deshalb mit der Nahrung aufgenommen werden müssen. Sie spielen in der täglichen Ernährung eine äusserst wichtige Rolle, weil der Organismus diese Fettsäuren für viele verschiedene Stoffwechselprozesse dringend benötigt. Einen guten Schutz vor gesundheitlichen Problemen wie Allergien bieten die Omega-Fettsäuren. Omega-3-Fettsäure (Linolensäure) ist vor allem in Leinöl, Rapsöl und Fischöl enthalten. Sie reduziert deutlich die Schuppenbildung, den Juckreiz und die Empfindlichkeit der Haut. Sie schützt die Lunge, vermindert Häufigkeit und Schweregrad von Asthmaanfällen und hilft bei Rheuma. Omega-6-Fettsäure (Linolsäure) ist im Rahmen einer gesunden Ernährung die wichtigste ungesättigte Fettsäure. Sie wird vom Körper zu Gamma-Linolensäure (GLS) umgeformt. Bei erblicher Veranlagung zu Allergien kann die Umwandlung zu Linolsäure in GLS gestört sein, wodurch der Spiegel an GLS gesenkt wird. Diese Fettsäure ist jedoch gerade sehr wichtig für Allergiker, denn sie wirkt entzündungshemmend und bringt die Immunreaktion wieder ins Gleichgewicht. Sie kommt ausschliesslich in pflanzlichen Nahrungsmitteln vor. Besonders reich an GLS sind Schwarzkümmelöl, Nachtkerzenöl und Borretschöl. Den Gallenfluss, das gute Cholesterin und die Gesundheit der Haut schliesslich fördert die Omega-9-Fettsäure, vorhanden in Olivenöl.
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