Geben wir es zu: Häufig wenn wir essen, hat dies nicht wirklich mit Hunger zu tun. Jeder, der sich beim Essen beobachten kann das leicht feststellen.
Die wenigsten Menschen können "ungestraft" längere Zeit zuviel essen, ohne zuzunehmen. Erfolgreiches Abnehmen hat deshalb immer auch mit dem Bewusstwerden und Verändern von Essgewohnheiten zu tun.
Das 3-Schritte-Programm für bleibende Veränderungen:
1. Die eigenen Essmuster mustern
2. Neue Muster ausprobieren
3. Aus erfolgreichen Mustern Gewohnheiten machen
Der erste Schritt ist eine ehrliche Bestandesaufnahme. Sie können nur verändern, was Ihnen bewusst ist. Ein paar Grundregeln helfen bei dieser Detektivarbeit:
- Es geht in keiner Weise um Bewertung, sondern ausschliesslich um Bedeutung.
- Beobachten Sie genau, Sie möchten etwas begreifen (in den Griff kriegen).
- Bleiben Sie beim Beobachten. Keine psychologischen Deutungen, keine vorschnellen Massnahmen, sie wollen einfach begreifen warum es so ist.
- Machen Sie Notizen über mehrere Tage oder Wochen.
Beim zweiten Schritt ist Kreativität gefordert.
- Ganz wichtig: wählen Sie Lösungen, die für das Essen und Geniessen und nicht dagegen sind.
- Beginnen Sie mit einem Muster/Situation und probieren Sie darin neue Verhaltensweisen aus. Alle alten Muster werden sie nicht kehren können.
- Arbeiten Sie immer mit Belohnung nie mit Strafe.
- Disziplin und starker Wille sind die falschen Pferde, die Ausdauer fehlt.
- Erproben Sie die neuen Muster unter Stress. Das ist die Nagelprobe.
Der dritte Schritt soll den langfristigen Erfolg sichern. Bauen Sie neue, gute Essgewohnheiten auf. Man sagt ja, der Mensch sei ein Gewohnheitstier, machen Sie sich das zunutze.
- Wenn sich ein neues Muster bewährt hat, üben Sie es immer wieder bewusst. Irgendwann ist es so selbstverständlich wie Zähneputzen.
- Planen Sie Rückfälle ein, aber machen Sie sich jeden Tag neu auf den Weg.
- Kommunizieren Sie Ihre neuen Essgewohnheiten. Die Versuchung für Fehltritte ist dann deutlich kleiner.
Der Arzt Rüdiger Dahlke formuliert es so:
Jedes Gefühl des genug Habens heilt. Jedes Gefühl des hungrig Bleibens macht krank und verlangt nach Kompensation.