Um die übermässige Insulinausschüttung zu vermeiden, müssen wir zunächst begreifen, wie sie entsteht.
Im normal funktionierenden Organismus kommt es zu einer hohen Insulinausschüttung immer dann, wenn der Blutzuckerspiegel steil ansteigt. Der Blutzuckerspiegel aber steigt nicht von ungefähr an, sondern nur nach dem Verzehr von Nahrungsmitteln, die ihn hochtreiben.
Das einzige Nahrungsmittel, von dem allgemein bekannt ist, dass es den Blutzuckerspiegel steil in die Höhe treibt, ist weisser Zucker, der bekanntlich heutzutage in Form der verschiedensten Süssigkeiten von sehr vielen Menschen in gewaltigen Mengen verzehrt wird.
Daneben gibt es aber auch noch einige andere äusserst beliebte Nahrungs- und Genussmittel, die den Blutzuckerspiegel sofort in die Höhe schnellen lassen, allen voran Bier, Kartoffeln und weisses Mehl.
Wenn wir uns den Gesamtanteil dieser Nahrungsmittel in der Standardernährung des modernen Verbrauchers vor Augen halten, erkennen wir, dass viele Menschen besonders in den westlichen Ländern den Blutzuckerspiegel praktisch mit jeder Hauptmahlzeit und auch mit vielen kleinen Zwischenmahlzeiten und zuckerhaltigen "Erfrischungsgetränken" hochpuschen und dadurch ihre Bauchspeicheldrüse ständig zu Schwerstarbeit zwingen.
Es sieht ganz so aus, als ob die Bauchspeicheldrüse diesen Dauerbeschuss mit Substanzen, die den Blutzuckerspiegel hochtreiben, bei den meisten Menschen nur eine gewisse Zeit lang aushält, danach geraten ihre Steuerungsmechanismen aus dem Gleichgewicht.
Jeden Tag Pommes frites, Schokoriegel, Bonbons, Weissbrot, Bier, zuckerhaltige Limonaden und Cola-Getränke, diesen Ansturm überstehen allenfalls einige wenige Menschen, denen die Natur eine besonders robuste Bauchspeicheldrüse geschenkt hat. Diese Menschen sind es dann, die ihr Leben lang schlank bleiben, obwohl sie ständig grosse Portionen vertilgen und dabei keineswegs auf blutzuckertreibende Nahrungsmittel verzichten.
Bei allen anderen Menschen aber gerät der blutzuckersenkende Mechanismus irgendwann einmal infolge Überlastung aus der Bahn und sie beginnen, unaufhaltsam zuzunehmen - manche schon als Kind, manche als junge Erwachsene und wieder andere erst im Alter von dreissig oder vierzig Jahren.
Nur so ist erklärbar, dass in allen Ländern, in denen die heute so verbreitete Fastfood- und Süssigkeiten-Ernährung eingeführt wurde, gleichzeitig auch die Zahl der Übergewichtigen und Fettleibigen rapide zugenommen hat.