Titel: Archiv
Eiweiss

Eiweiss


...ein wichtiger Stoff zur Erhaltung unserer Gesundheit


Unser Organismus ist einem ständigen Prozess unterworfen. Ununterbrochen entstehen Abnützungs- und Verbrauchserscheinungen und der Körper muss für Erneuerung, Wachstum, Erhaltung und Reparatur in Zellen und Geweben sorgen. Der unentbehrliche Reparatur- und Baustoff dazu ist das Eiweiss oder Protein. Eiweiss ist ein wichtiger Stoff zur Erhaltung unserer Gesundheit und Vitalität.


Aufgaben des Eiweisses


  • Eiweiss wird zum Ersetzen aller nicht mehr lebensfähigen Zellen benötigt.
  • Eiweiss braucht es für die Bildung von Enzymen, Hormonen und Abwehrstoffen.
  • Eiweisse sind Vehikel für wichtige Wirkstoffe im Blut.
  • Eiweiss hilft den Stoffwechsel zu steuern.
  • Eiweiss hilft den Blutzucker zu stabilisieren.
  • Eiweiss sorgt für volles, gesundes Haar, straffe Haut und eine schlanke Linie (Wasserausscheidung).


Natürlich ist Eiweiss auch als Energiequelle sehr wichtig. Es liefert etwas mehr als vier Kalorien pro Gramm und springt vor allem dann ein, wenn nicht genug Fett oder Kohlenhydrate hereinkommen. Achtung: Schlankheitsdiäten, die vorwiegend auf Eiweiss aufbauen, sind unsinnig. Die Leber kann nämlich einen Überschuss an Eiweiss auch wieder in Fett verwandeln und im Körper lagern. Ausserdem kann ein erhebliches Überangebot an Eiweiss die Nieren und die Leber überstrapazieren und den Kalziumhaushalt im Körper durcheinanderbringen. Das Nahrungseiweiss - es besteht aus Riesenmolekülen - wird während der Verdauung in viele kleine Untereinheiten, die Aminosäuren, zerlegt. Nur sie können durch die Darmwand ins Blut aufgenommen werden. Der menschliche Körper baut sich dann aus den nach einer Mahlzeit allmählich hereinströmenden Aminosäuren im Baukastensystem je nach Bedarf wieder sein körperliches Eiweiss zusammen. Es braucht dazu ständig 22 verschiedene Aminosäuren. Viele kann er selbst herstellen, aber neun von ihnen müssen wir unbedingt regelmässig mit dem Essen dem Körper neu zuführen. Sie sind für uns lebenswichtig (essentiell).


Die essentiellen Aminosäuren und ihre Vorkommen in pflanzlicher Kost


Arginin für Harnstoffsynthese, für Muskeln und Knorpel. In Alfalfa, allen grünen Gemü-sen, roten und gelben Rüben, Sellerie, Salaten, Lauch, Rettich und Kartoffeln

Histidin hilft der Leber, Glykogen zu bilden, ist Bestandteil der roten Blutkörperchen und des Spermas, kontrolliert Enzyme. In Rüben und Rettich, Sellerie, Gurken, Löwenzahn, Salat, Spinat, Zwiebeln und Knoblauch, Äpfel, Ananas, Papayas

Isoleucin reguliert den Thymus und den Stoffwechsel, wichtig zur Stärkung der Abwehr und gegen Stress. In Oliven, Avocados, Papayas, Kokos- und den meisten anderen Nüssen (nicht Erdnüsse und Kastanien)

Leucin spielt mit Isoleucin eng zusammen. Ein Mangel führt zu allgemeiner Schwäche und Anfälligkeit gegen Krankheiten. Vorkommen wie bei Isoleucin

Lysin sorgt mit für einen reibungslosen Fettstoffwechsel, auch zuständig für die Ge-schlechtsorgane. In Sprossen von Alfalfa und Soja, allen grünen Gemüsen und Petersilie, vielen Rüben und Sellerie, orangefarbenen Früchten (vor allem Aprikosen), sowie Birnen und Trauben

Methionin Bestandteil des Hämoglobins und vieler Körpergewebe, schützt Leber und Bauchspeicheldrüse, sorgt für gute Wundheilung. In fast allen Kohlarten, Meerrettich, Knoblauch, Äpfeln und Haselnüssen

Phenylalanin entsorgt Körperabfälle über die Niere, hilft der Galle. In Karotten, roten Rü-ben, Tomaten, Spinat, Petersilie, Äpfeln und Ananas

Threonin reguliert das Zusammenspiel vieler Aminosäuren, unentbehrlich für das Kno-chenwachstum. In Alfalfa, grünen Blattgemüsen, Karotten und Papayas

Tryptophan regeneriert Zellen und Gewebe (auch in Gehirn und Nerven), regt Verdau-ungssäfte an, zuständig für die Sehkraft. In allem, was in der Erde wächst, ausserdem in Fenchel, Endivien, Löwenzahn, Spinat und Bohnen

Valin wird von Mädchen zur Entwicklung der Eierstöcke und Brustdrüsen gebraucht. In roten, gelben und weissen Rüben, Salaten, Zucchini und Tomaten

Arginin und Histidin sind besonders wichtig für Kinder (Wachstum und gesunde Ent-wicklung)


Tierisches Eiweiss


  • alle Fleischsorten
  • alle Fischsorten
  • Meeresfrüchte
  • Milch (Kuhmilch, Ziegenmilch, Schafmilch, etc.)
  • Milchprodukte: Käse, Joghurt, Quark
  • Eier



Pflanzliches Eiweiss


  • Nüsse: Walnüsse/Baumnüsse, Haselnüsse, Mandeln etc.
  • Kerne: Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Pinienkerne etc.
  • Samen: Mohnsamen, Sesamsamen usw.
  • Hülsenfrüchte: Zuckererbsen/Kefen, gelbe Erbsen, Linsen, Kichererbsen, Sojabohnen, Sojaprodukte
  • Alle Bohnenarten


Je nach Stoffwechsel benötigt der Körper 0.6 - 0.9 g Eiweiss pro Kilogramm Körpergewicht (Idealgewicht). Ein erwachsener Mensch braucht pro Tag ca. 60 g Eiweiss. Kinder, Jugendliche, schwangere und stillende Frauen benötigen oft mehr. Es gibt Stoffwechsel, die mit dem Verbrennen von tierischem Eiweiss mehr Mühe haben, als mit pflanzlichem Eiweiss. Ältere Menschen sollten unbedingt dafür sorgen, dass der Eiweissbedarf gedeckt ist. Vegetarier müssen die Eiweissversorgung im Auge behalten. Sie sollten viel eiweisshaltiges Gemüse, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Getreide bewusst kombinieren, evtl. auch Eier oder Milch zu sich nehmen.

Häufig wird das tierische Eiweiss mit Süssigkeiten kompensiert. Wenn das Verhältnis Eiweiss / Kohlenhydrate nicht mehr stimmt, reagiert der Körper mit Dauermüdigkeit bis zur Erschöpfung, und um die Augen bilden sich dunkle Ringe. Bei Nahrung, die sämtliche essentiellen Aminosäuren enthält, spricht man von "biologisch hochwertigem Eiweiss". Die Wertigkeit bei den tierischen Eiweissen liegt im Allgemeinen höher als bei den pflanzlichen. Sie weisen jedoch auch Nachteile auf, die bei den pflanzlichen Eiweissen entfallen.

Wie müssen nun die Mahlzeiten zusammengestellt werden, damit sich die günstigen Aminosäuren-Kombinationen ergeben? Gute Ergänzungswerte zeigen die folgenden Kombinationen:

  • Fleisch, Fisch oder Milch mit Brot oder Mehl (Nudeln, Getreide)
  • Milch, Quark oder Käse mit Kartoffeln
  • Ei, Weizen oder Roggen mit Gemüse und Salat aller Art oder Hülsenfrüchte
  • Getreide mit Blattgemüse
  • Mais und Bohnen
  • Hirse und Milch
  • Reis mit Erbsen
  • Milchprodukte mit Früchten


Richtige Nahrungsmittelkombinationen sind auch deshalb für unseren Körper sehr wichtig, damit das Blut nicht übersäuert. Eine Übersäuerung des Blutes durch zuviel Eiweissabbaustoffe führt zu den bekannten, ernährungsbedingten Zivilisations-krankheiten wie Gicht, Rheuma, Arteriosklerose usw.

Nach neuen Erkenntnissen ist Stress ein Eiweissräuber. In Zeiten besonderer körperlicher und seelischer Anstrengung, auch nach Operationen, Unfällen oder schweren Krankheiten kann es angezeigt sein, etwas mehr Eiweiss zu essen, um abzusichern, dass das verschlissene Gewebe sofort wieder repariert wird.
Erfahrungsbericht-Archiv